Wandern auf Teneriffa

Da unsere ursprünglich geplante Alpenüberquerung aufgrund der Wetterlage leider ins Wasser fiel, suchten wir nach einer Alternative für einen Wandertrip. 

Nach einiger Recherche im Internet fiel unsere Entscheidung auf Teneriffa – Wandern auf Teneriffa. 

Und eins sag ich euch: Uns wurde nicht zu viel versprochen! Die Insel hat so eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft zu bieten. Davon konnten wir gar nicht genug bekommen :-).

 

Die Gebirge

Auf der Kanarischen Insel gibt es drei große Gebirge, die sich perfekt für verschiedene Wandertouren anbieten. 

Wandern auf Teneriffa - die unterschiedlichen Gebirge

Im Nordwesten der Insel befindet sich das Teno- Gebirge. Mit seinen teilweise grün bewachsenen, rauen Schluchten und steilen Klippen zum Atlantik erhebt sich das Gebirge auf bis zu 1345 Meter. Unter anderem führt eine beliebte Route durch die Masca Schlucht, die an den gewaltigen Los Gigantes endet. Allerdings soll diese, aufgrund von einigen Gefahrenstellen auf der Strecke, voraussichtlich bis August 2019 gesperrt sein. Vor Ort gibt es wohl viele schöne Strecken durch das Teno-Gebirge. Wir haben uns allerdings für das Anaga Gebirge entschieden, da unsere Zeit auf Teneriffa leider nicht für die unzähligen Wandermöglichkeiten gereicht hat.

Das Anaga Gebirge liegt an der Ostspitze der Insel und ähnelt dem Teno Gebirge sehr. Aufgrund des häufigeren Niederschlags in dieser Gegend, ist es dort deutlich dichter und grüner bewachsen als an anderen Ecken der Insel. Die vielen bunten Örtchen und deren terrassenförmige Gärten erinnern teilweise an eine südamerikanische Landschaft. Außerdem gibt es noch einen mystischen Nebelwald zu erkunden, der mit seinen verschnörkelten, teilweise senkrecht hängenden Ästen aus einer Märchenkulisse stammen könnte.

Schließlich gibt es noch den Teide-Nationalpark. Er ist mit ca. 190 Quadratkilometern als Nationalpark ausgewiesen und mit Abstand der Größte der Insel. Das Gebirge erstreckt sich über weite Teile Teneriffas und ist von der Größe her vergleichbar mit der deutschen Ostseeinsel Fehmarn. 

Es gibt wirklich so viel zu entdecken! Wir haben uns für die folgenden vier Wanderungen entschieden 🙂

 

Wanderung zum Mount Guajara im Teide Nationalpark 

  • Dauer: ca. 4,5 Stunden
  • Strecke: 10 Kilometer
  • Schwierigkeit: mittel
Wandern auf Teneriffa - der Mount Guajara

Unsere erste Wanderung auf Teneriffa führte auf den Gipfel des Mount Guajaras im Teide-Nationalpark. Mit einer Gipfelhöhe von 2715 Meter bietet der Berg einen perfekten Blick auf den gewaltigen Pico del Teide und die umliegenden Cañadas.

Der Weg führt zunächst an einzigartigen Felsformationen vorbei, gefolgt von einem mäßig anstrengenden Aufstieg bis auf den Sattel des Guajaras (2373 Meter). Dieser bietet auf der anderen Seite einen wunderschönen Ausblick auf den Atlantik und die zu Füßen liegende Wolkendecke. 

Unserer Meinung nach ist die Tour mit einer guten Kondition problemlos machbar. Besondere Kenntnisse im Bergsteigen sind nicht erforderlich. Eine gewisse Schwindelfreiheit bzw Trittsicherheit sollten trotzdem vor allem für den Rückweg vorhanden sein.

Interesse geweckt? Dann könnt ihr für eine genaue Wegbeschreibung hier vorbeischauen 😊 Es lohnt sich auf jeden Fall!

 

Pico del Teide im Teide Nationalpark 

Dauer: ca. 9,5 Stunden

Strecke: ca. 17 Kilometer

Schwierigkeit: mittel – schwer

Wandern auf Teneriffa - der Pico el Teide

Unsere bislang anstrengendste aber wohl wunderschönste Wanderung ging auf die größte Erhebung Spaniens – auf den aktiven Vulkan Pico del Teide. Der letzte Ausbruch war im Jahr 1909.

Der Vulkangipfel befindet sich auf einer Höhe von 3718 Metern. Der Aufstieg dorthin ist normalerweise nur zu bestimmten Uhrzeiten und mit einer Genehmigung möglich. Damit will die Verwaltung den Andrang auf den Gipfel beschränken. Genauere Infos zur Online-Genehmigung gibt es hier

 Zur Erleichterung führt eine Seilbahnstation bis auf eine Höhe von 3555 Meter. Öffnungszeiten und Ticketpreise gibt es hier.

Wir haben uns allerdings für die anstrengendste Tour entschieden. Dafür benötigten wir keine Genehmigung. Um 02:15 Uhr ging es für uns am Fuße des Vulkans los, um pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. 

Also hieß es: Früh aufstehen, Kopflampen auf und alleine durch die dunkle Vulkanlandschaft des Teides. Gute Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Gesundheit sind aufgrund der teilweise sehr steilen Formationen und der Höhe in jedem Fall erforderlich. Aber keine Sorge – ihr müsst auch keine erfahrenen Kletterer sein – denn auch wir sind ohne jegliche Panikattacke von mir, hoch und wieder runter gekommen.

Die Ankunft auf dem Gipfel und der Sonnenaufgang waren auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis – wohl eines unserer Schönsten. Den 360° Ausblick auf die umliegende Mondlandschaft und den längsten Schatten Spaniens werden wir nie vergessen!

Genauere Infos zur Tour findet ihr in diesem Beitrag.

 

Wanderung von Las Carboneras nach Chinamada im Anaga Gebirge 

Dauer: ca. 2,5 Stunden

Länge: ca. 7 Kilometer

Schwierigkeit: leicht

Wandern auf Teneriffa - das Anaga Gebirge

Die kleine Rundtour führte uns von dem bunten Örtchen Las Carboneras zu den Wohnhöhlen der Ureinwohner von Chinamada. 

Der Wanderweg besteht aus dicht bewachsenen Pfaden, einigen steinigen Stufen, einem stetigen Auf und Ab sowie einer wenig befahrenen Landstraße. Die Strecke an sich ist nicht die Aufregendste – dafür lohnen sich die Ausblicke umso mehr 😊!

Den Ausblick auf Las Carboneras mit dessen grün bewachsenen Terrassen, hätten wir in dieser Art in Südamerika erwartet – aber bestimmt nicht bei einer Wanderung auf Teneriffa. Gegenüber erhebt sich das sogenannte Matterhorn von Teneriffa. 

Im weiteren Verlauf der Wanderung lernt man den kleinen Ort Chinamada kennen, Die Menschen leben in Felshöhlen, versehen mit Fenster, Tür, Möbeln und teilweise sogar Wintergärten. Uns hat das kleine Örtchen verzaubert. Die Kirsche auf der Sahnetorte war schließlich der einzigartige Ausblick in die Schlucht, die sich hinter Chinamada zeigt.

Um etwas mehr zu der Tour zu erfahren, klickt einfach hier 😊

 

Wanderung zum Pico Viejo Vulkankrater im Teide Nationalpark 

Dauer: ca. 7 Stunden

Länge: ca. 15 Kilometer

Schwierigkeit: mittel – schwer

Wandern auf Teneriffa - der Pico Viejo

Der Pico Viejo ist nach dem Teide der zweitgrößte Gipfel Teneriffas. Mit seinen 3135 Metern liegt er an der ostwestlichen Flanke des Teide Nationalparks. Doch was macht ihn so besonders? Sein eindrucksvoller Krater hat einen Durchmesser von 800 Meter und ist bis zu 250 Meter tief. 

Wir müssen zugeben – vielleicht waren wir bei dieser Tour nicht perfekt vorbereitet. Nach einigen Recherchen im Internet entschieden wir uns für eine anspruchsvolle Tour, die dicht zum Kraterrand führen sollte und vom eigentlichen Weg, dem Sendero 9, leicht abweicht. (Wir wissen bis jetzt noch nicht, wieso wir uns dafür entschieden haben) 😀

Zu Beginn durchquerten wir ein schwarzes Lavafeld. Kurz danach gingen wir ein kurzes Stück durch den Kiefernwald und dann kommt ein stetiger Aufstieg bis hin zu dem schweißtreibendem Geröllfeld nahe des Kraters.

Kurz vor dem Aufgeben kamen wir letztendlich wirklich nah an unser Ziel – vielleicht auch etwas zu nah. Inmitten eines nicht wirklich vertrauenswürdigem Geröllfelds blickten wir in den steilen Krater hinein. Vor uns ein Abgrund, von dem kein Ende in Sicht war. Pures Glück und ein mulmiges Bauchgefühl zugleich. 

Da es keine Möglichkeit gab auf einen neuen Wanderweg zu gelangen, blieb uns nichts anderes übrig, als einfach wieder umzudrehen. Die Aussichten auf die umliegenden kleineren Krater und die Lavafelder sind einfach wunderschön.

Wahrscheinlich würden wir das nächste Mal dem ausgeschildertem Sendero 9 folgen – wer trotzdem genauer über unsere Tour Bescheid wissen möchte, schaut in diesem Beitrag vorbei.

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