Unsere 5 Highlights auf Teneriffa

Ich muss gestehen, im Gegensatz zu Daniel hatte ich vor unserem Aufenthalt auf Teneriffa ziemliche Vorurteile gegenüber der Kanarischen Insel. 

„Touristenbunker, Rentnerurlaub, Pauschalreise“

Und ja, wir wurden vom Gegenteil überzeugt!

Nachdem wir unseren Mietwagen abgeholt hatten, verließen wir mit dem launischen spanischen Radio, dessen Sender immer ca. nach 30 Sekunden verschwand, den touristischen Süden. 

Was wir dazu sagen müssen, unser Fokus lag bei diesem Urlaub vor allem auf Aktivität. Nachdem unsere eigentlich geplante Alpenüberquerung leider ins Wasser fiel, freuten wir uns auf  Wanderungen im subtropisch-mediterranen Klima.

Es gibt sicherlich viele schöne Strände und weitere Sehenswürdigkeiten auf Teneriffa – unser Hauptaugenmerk lag auf dem Wandern. Denn es blieb nicht mehr allzu viel Zeit für anderes Sightseeing. Wir würden es wieder genauso machen 😊

Das Wandern auf Teneriffa

Die Insel ist einfach perfekt für individuelle Wanderungen! Die Landschaft ist so eindrucksvoll und vielfältig, so dass wir das ein oder andere Mal wirklich sprachlos waren. 

Wandern gibt uns ein Gefühl von Freiheit. Und das auch auf „Touri-Teneriffa“! Oftmals haben wir auf unseren Touren maximal 2-3 Leute angetroffen – ihr müsst euch also nur die richtigen Touren aussuchen!

Der Teide Nationalpark und der Pico el Teide

Wir waren in 2 der 3 bekanntesten Gebirgen von Teneriffa unterwegs. 3 Wanderungen von uns fielen auf den gewaltigen Teide Nationalpark und einmal verschlug es uns in das Anaga Gebirge im Osten von Teneriffa. 

Das Teno Gebirge passierten wir dagegen leider nur mit unserem Mietwagen. Wenn wir mehr wir mehr Zeit gehabt hätten, wäre das aber auf jeden Fall auch noch dran gewesen! 

Mehr über die Gebirge und unsere unterschiedlichen Touren erfahrt ihr hier 😊

 

San Christóbal La Laguna 

Die Universitätsstadt liegt mit ihren über 150.000 Einwohnern im Nord-Osten von Teneriffa. Gelegentlich fegt ein frischer Wind über die Gegend, wodurch es etwas kühler ist als in anderen Teilen der Insel. 

Trotzdem hat es uns die Stadt angetan. Wir haben uns vor allem in der historischen Altstadt aufgehalten. 

San Christobal La Laguna

Die aneinandergereihten, gut restaurierten Gebäude schaffen in ihren unterschiedlichsten Farben eine totale Wohlfühlatmosphäre! Die Stadt ist unglaublich sauber und es gibt viele kleine Cafés und Restaurants zum Verweilen. Selbst als Veganer sind wir, dank Happy Cow doppelt fündig geworden (Veggie Pinguin, Burger Mel) 😊.

Die Stadt ist mit dem Auto und Google Maps gut zu erreichen und es sind verschiedene Parkplätze ausgeschildert. Wir haben unsere kleine Tour am Plaza del Adelantado, dem sogenannten Tor der Altstadt, begonnen. Ein hübscher Brunnen und einige Bänke im Park schaffen eine kleine, aber feine Ruheoase mit Blick auf die schönen umliegenden Gebäude. 

Vorbei an dem schönem Kolonialgebäude, dem Casa de los Capitanes Generales schlendern wir weiter durch die tollen Gassen bis zur Santa Iglesia Catherdral.

Die elegante Kathedrale wurde im Zeitraum von 1813-1824 im neugotischen Baustil errichtet und gibt ein schönes Fotomotiv ab. Weiter der Straße entlang fällt uns das prächtige Teatro Leal auf, das Theater von La Laguna.

Schließlich kommen wir an der Iglesia de la Concepcion, der ältesten Kirche Teneriffas, an. Der Glockenturm ist schon von weitem zu erkennen und ein kleiner Chor versüßt uns den Moment.

Kirche in San Christobal la Laguna

Nach dem Mittagessen verlassen wir die schöne Stadt, die von Touristen (bisher) nicht überlaufen ist – zumindest war es bei uns der Fall. Dafür wurden wir mit einem typisch spanischem Flair verzaubert. Wer also mal Abwechslung von Strand oder Gebirge sucht, ist hier mit einem kleinen Spaziergang gut aufgehoben. Ein längerer Aufenthalt ist unserer Meinung nach nicht erforderlich, lässt sich aber z.B. super mit einer Tour durch das nahegelegene Anaga Gebirge verbinden.

 

Puerto de la Cruz 

Die Küstenstadt im Norden der Insel ist deutlich touristischer als die zuvor Genannte. Wir haben uns ehrlich gesagt etwas mehr erhofft und trotzdem lohnt sich ein Besuch. Viele Geschäfte und Souvenirläden laden zu einem Stadtbummel ein.

Küste von Puerto de la Cruz

Etwas abgelegen vom Zentrum findet man den Botanischen Garten von Puerto de la Cruz. In dem ca. 20.000 Quadratkilometer großen Park findet ihr viele schöne Pflanzen aus den verschiedensten Ländern unserer Erde. Der Garten hat täglich ab 9 Uhr geöffnet und schließt je nach Jahreszeit um 18 oder 19 Uhr. Eine wundervolle Ruheoase für nur wenig Geld (3 Euro) 😊.

Fern ab vom Trubel sind wir auf eine hübsche Palmenallee und eine niedliche bunte Häuserreihe gestoßen. Wem Straßenkunst gefällt, kommt hier sicherlich auch auf seine Kosten, an vielen Ecken sind ganz verschiedene Kunstwerke zu finden. Also viel Spaß bei der Suche 😊!

 

Garachico

Unser Apartment befand sich in San Bernando, im Norden von Teneriffa. Ca 5 Fahrminuten trennten uns von dem etwas belebteren Garachico. Das tolle kleine Örtchen liegt direkt an der Küste, die peitschenden Wellen lassen sich also perfekt beobachten. Im letzten Jahr wurde die Promenade leider von einer Flut ziemlich mitgenommen. Die Bauarbeiten laufen und man konnte nur erahnen, wie schön und liebevoll es zuvor war und hoffentlich wieder sein wird.

Festung in Garachico
Festung am Meer
Bunte Straßen in Garachico
Bunte Häuserreihen in Garachico

Ihr findet direkt am Meer tolle Felsstege, ein Freibad, einen Kinderspielplatz und auch ein Basketballfeld. Hier ist also für jeden etwas dabei. Außerdem gibt es in Garachico tolle Stellen, um schwimmen zu gehen. Es gibt eine Bucht ,die gut zum Schwimmen geeignet ist, und mit einem kleinen Steinstrand punkten kann. In Garachico gibt es allerdings unmittelbar im Zentrum zwei „Strände“. Während der Kiesstrand etwas belebter war, haben wir uns für Steinplatten an einer Bucht entschieden. Dort gibt es eine Leiter wie aus dem Freibad und glasklares Wasser. Zudem war dort nicht allzu viel los – das lag wahrscheinlich an dem unbequemen Boden – Luftmatratze oder Stühle sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Bucht vor Garachico

Außerdem tummeln sich viele Krebse an den Felsen, die aber ganz schnell verschwinden, sobald man sich ihnen nähert. In Garachico gibt es einige kleine Cafes, eine wunderschöne Kirche und viele kleine Gassen zum Durchschlendern. Umgeben vom tollen Gebirge ist das kleine Örtchen auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man sich in der Nähe befindet 😊.

 

Drago Milenario 

Der prachtvolle Drachenbaum ist in Icod de los Vinos, ebenfalls im Norden von Teneriffa, zu finden. Mit einer Höhe von 16 Metern ist er der bekannteste und größte Drachenbaum der Insel. Sein Alter wird auf 300 – 800 Jahre geschätzt. Als wichtiges Symbol ist der Baum seit 1917 als Denkmal anerkannt. 

Der Drachenbaum Drago Milenario

Der Drachenbaum ist wirklich schön anzusehen und liegt direkt neben einer wunderschönen Kirche. Auch Icod an sich hat einige Museen und Geschäfte zu bieten, in denen man sich die Zeit vertreiben kann. 

Kirche in Icod beim Drachenbaum

 

Was gibt es sonst noch so zu sehen?

Wie schon gesagt, haben wir uns dieses Mal sehr auf das Wandern konzentriert und wollten unsere Energie hier für etwas sparen. Deshalb haben wir so einige Dinge, die wir zuvor rausgesucht haben, leider nicht geschafft. Aber vielleicht ist ja trotzdem was für euch dabei…

 

Strände

  • Der Playa de Abama
  • Playa de las Teresitas
  • Der Playa el Bollulu
  • Playa del Duque
  • Der Playa Jardin
  • Playa del los Roques
  • Der Playa la Tejita

 

Wanderungen 

Über die Masca Schlucht zu den Los Gigantes – Wir sind an den Los Gigantes vorbeigefahren. Die gigantischen Klippen haben zurecht ihren Namen. Sie stürzen steil ins Meer und sind wirklich sehenswert. Uns war es ist der Gegend allerdings viel zu touristisch, sodass wir nicht einmal Lust hatten, das Auto zu verlassen. Wen der Trubel aber nicht stört, sollte sich diese schöne Küste nicht entgehen lassen. Bei uns war die Masca-Schlucht leider nicht für Touristen freigegeben, sodass wir diese Wanderung nicht unternehmen konnten – dies soll sich allerdings in der Zukunft wieder ändern.

Sombrero am Teide – Eine wohl mittelschwere Tour von ca. 3 Stunden im Teide Nationalpark.

Sendero 9 über den Pico Viejo – und dann anders als bei unserem Versuch.

Barranco del Infierno – Wanderung inkl. des einzigen Wasserfalls der Gegend.

Chinyero Rundwanderung – eine wohl relativ einfache Tour am Rande des Chinyero Vulkans. Übrigens ist der vergleichsweise kleine Vulkan Chinyero für den letzten Ausbruch eines Vulkans auf Teneriffa verantwortlich – das war im Jahr 1909.

Roques de Garcia – Wirklich tolle Felsformationen am Rande des Teides. Wenn wir morgens unsere Touren gestartet haben, war es dort auch wunderschön ruhig. Doch gegen Mittag sind die Felsen Treffpunkt vieler Touristen und ihrer Reisebusse. Dort gibt es eine als leicht angegebene Rundtour von ca. 2 Stunden. Der Mirador llano de Ucanca ist übrigens ein beliebter Aussichtspunkt für die Roques de Garcia und den Teide 😊.

Der Nebelwald im Anaga Gebirge – Genehmigung notwendig. Wir sind teilweise an Waldausläufen vorbeigefahren. Dort herrschte wirklich eine mystische Atmosphäre – hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir die Genehmigung in Windeseile beantragt!

 

Sonstige Highlights auf Teneriffa

Die Pyramiden von Güìmar –Aus Lavastein gebaute Pyramiden im Süden von Teneriffa. 

Santa Cruz de Tenerife – Leider hat es uns nicht in die Hauptstadt der Provinz verschlagen. Das nächste Mal werden wir uns die Bauwerke der Hauptstadt, wie den Plaza de Espana oder das Auditorio nicht entgehen lassen. Laut unserer Happy Cow App soll es dort auch viele vegane Restaurants geben – Yummi 😊.

Basilika von Chandelaria– prächtige Kirche direkt am Meer, 20km südlich von Santa Cruz.

Mirador de Humboldt – Aussichtspunkt für die Gegend von Puerto de la Cruz. 

 

Davon raten wir euch ab

Leider gibt es auch in Teneriffa beliebte Touristenziele, bei denen Tiere leiden müssen. 

Loro Park

Vor allem wegen den beliebten Delfin- und Orcashows zieht es viel zu viele Menschen in den Loro Park. Dort sind auch unzählige andere Tiere, wie z.B. Schimpansen, Löwen oder Affen eingesperrt.  Überall auf der Insel wird unendlich viel für den Park geworben – man sieht Werbung auf Mülltonnen, auf Plakaten und nahezu jedes spanische Auto ist mit einem Aufkleber versehen.

Bitte überdenkt einen Besuch dort! Diese Tiere leben nicht freiwillig im Loro Park – vielmehr gehören sie in die Freiheit. In ihrem natürlichen Lebensraum konnten wir die Tiere bereits in Kenia und Namibia beobachten – eine mehr als eindrucksvolle und einzigartige Erfahrung. Wer einmal in den Genuss dieser Beobachtungen gekommen ist, wird wohl nie wieder einen Fuß in einen Zoo setzen.

Denn dort leiden die Tiere unter den unnatürlichen Bedingungen, sodass oftmals abnormale Verhaltensweisen aufgrund einer gestörten Psyche die Folge sind. Beispiele dafür sind eine Zurückgezogenheit, ein stetiges Hin- und Herschaukeln bis hin zur Selbstzerstümmelung. Stellt euch nur mal vor, ihr wärt jeden Tag eures Lebens eingesperrt – fernab von eurer Heimat – das würde wohl an Niemandem spurlos vorbeigehen.

Der Loro Park ist also ein Zoo wie jeder Andere – auch wenn er vielleicht schöner gestaltet ist oder mit seinen „spektakulären“ Shows prahlt. Vielleicht solltet ihr euch einfach mal selbst eine Frage stellen: Macht es euch glücklich die leidenden, eingesperrten Tiere anzusehen, weil ihr z.B. Tiere so gern habt? In einem Zoo geht es nicht darum, für die Tiere da zu sein oder diese zu schützen. Es geht einzig allein um den Gewinn. 

Für viele Besucher ist ein wichtiges Argument, dass ihre Kinder sonst solche Tiere nie zu Gesicht bekommen. Aber glaubt ihr wirklich eure Kinder möchten in den Zoo, wenn sie wüssten, dass es den Tieren dort nachweisbar schlecht geht? In einem Zoo wird ein Kind niemals zu Augen bekommen wie ein Gepard wirklich rennt oder ein Adler richtig fliegt. 

Außerdem gibt es inzwischen zahlreiche Auffangstationen oder Lebenshöfe, die Kindern den Kontakt zu Tieren ermöglichen, ohne dass die Tiere leiden müssen. Im Gegensatz zu den Zoos, die dies häufig für sich beanspruchen, leisten diese Einrichtungen wirklich einen Beitrag zur Erhaltung der verschiedenen Arten.

Letztendlich ist es jedoch Jedem selbst überlassen – wir können es euch nur wärmstens ans Herz legen. Kein Tier gehört eingesperrt, umzingelt von vielen Besuchern und schon gar nicht zu Kunststücken gezwungen, die nur die Zuschauer glücklich machen. 

 

Siam Park

So ähnlich ist es auch bei dem bekannten Siam Park, einem Rutschenpark. Zunächst einmal – wir lieben Rutschen und wir wären nur allzu gerne in einen solch spektakulären Park gefahren. Leider gibt es dort jedoch eine Rutsche, die am Ende durch ein großes Aquarium mit Haien und Rochen führt. Es ist hier genau das Gleiche. Der Siam Park wirbt mit dem totalen Adrenalin Kick. Doch für welchen Preis? Die Tiere sind ihr Leben lang in dem viel zu kleinen Aquarium eingesperrt und leiden unter dauerndem Stress. Ist es das wirklich wert? Wir sehen das nicht so und haben uns deswegen bewusst dagegen entschieden – ohne Tierleid hätten wir den Siam Park gerne besucht.

 

Whale watching 

Die Kanaren sind bekannt für die großen Walpopulationen und leider auch dafür, dass rund um Teneriffa die Wale zum größten Teil auf den Touren gehetzt und gestresst werden. Sicherlich gibt es auch bei den Anbietern die ein oder andere Ausnahme. Bei unserem Aufenthalt in Sri Lanka konnten wir sehen, wie schön und respektvoll Whale Watching Touren durchgeführt werden können.

Alternativ soll man auf der Nachbarinsel La Gomera respektvolle und tierfreundliche Angebote finden. Wer also Whale Watching auf den Kanaren erleben möchte, sollte vielleicht einen Anbieter von La Gomera bevorzugen.

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