Teneriffa – die Wanderung auf den Pico del Teide

Das Highlight unserer Teneriffareise – die Wanderung auf den Pico del Teide zum Sonnenaufgang – eine der schönsten Touren, die wir je unternommen haben!

Wanderung Pico del Teide

 

Die verschiedenen Möglichkeiten

Wie schon in unserer Übersicht „Wanderungen auf Teneriffa“ zu sehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Teide zu besteigen.

1. Mit Hilfe der Seilbahn „La Rambleta“ auf eine Höhe von 3555 Metern – das letzte Stück auf den Gipfel dann mit Genehmigung zu Fuß

2. Man teilt sich die Strecke in 2 Etappen auf und übernachtet im Refugio (bis 9 Uhr dann ohne Genehmigung auf den Gipfel)

3. Man nimmt die anstrengendste Tour (dafür haben wir uns entschieden!) und spart sich sowohl die Genehmigung als auch die Übernachtung im Refugio.

 

Allgemeine Infos

Start/Ziel: Parkplatz Montana Blanca (Kilometer 40,7 auf der TF-21) – wirklich leicht zu finden.

Dauer: 9,5 Stunden (eingerechnet sind hierbei viele kleine Pausen, das Warten auf den Sonnenaufgang und viele Fotostopps)

Schwierigkeit: schwer – aus dem Grund, dass man konditionell fit sein sollte. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wird vorausgesetzt und auch die Höhe sollte man nicht unterschätzen. Trotzdem sagen wir es immer wieder – wir sind nicht wirklich erfahrene Bergsteiger und haben es auch geschafft 🙂 *stolz*

Im Rucksack: Obst, Maiswaffeln, 4 Liter Wasser, Stirnlampen, Taschentücher, Sonnencreme

Strecke: ca. 17 Kilometer – vor allem der Rückweg kam uns ewig weit vor!

 

Wanderung auf den Pico del Teide

Dann ab in die Vergangenheit, hier ist unsere Tour:

Wanderung Pico del Teide - der Sendero 7

Warm angezogen (Leggins, Trekkinghose, Shirt, Fleecejacke, Trekkingjacke, Trekkinghandschuhe, Stirnband, Trekkingsocken, Wanderschuhe) starten wir unsere Wanderung am Parkplatz Montana Blanca. Einige Autos stehen bereits dort, Menschen treffen wir erstmal keine. Wir folgen dem Sendero 7.

Es ist 02:15 MORGENS, damit wir pünktlich gegen 7:15 den Sonnenaufgang auf dem Gipfel genießen können. Man sollte darauf achten, dass man nicht so viel Zeit auf dem Gipfel verbringt – denn es ist wirklich verflucht kalt da oben (haben wir zunächst auch nicht geglaubt :D). Schnell unsere Stirnlampen auf, denn es ist wirklich stockdunkel. (Tipp: besorgt euch Stirnlampen! Eine Taschenlampe würde euch beim Wandern nur stören – wir haben unsere bei Amazon bestellt, sie haben nicht viel Geld gekostet und uns zuverlässig auf den Gipfel gebracht).

 

Der Aufstieg auf den Pico del Teide

Vom Parkplatz bis zum Refugio Altavista

Die ersten zwei Stunden führen über einen leicht begehbaren und stetig steigenden Pfad. Zwischendurch treffen wir auf gut sichtbare Schilder, die uns weiter auf den Teide führen. Am Rande der Strecke stehen Infotafeln, unter anderem über die so genannten „Teide-eggs“. Höchstwahrscheinlich haben sich die Lavabrocken aus dem Lavastrom gelöst und sind durch die Abrollung zu Kugeln geformt worden. Noch haben wir keinen Schimmer, wovon uns die Tafel erzählt, denn es ist immer noch ziemlich dunkel.

Im Laufe der Zeit wird der Weg steiniger, also heißt es ein wenig mehr den noch erkennbaren Kiespfad im Auge behalten. Dieser Teil schlängelt sich bis zum Refugio Altavista (3260 Meter) und dauert ca. eine weitere Stunde. Irgendwo im Nirgendwo können wir vor und hinter uns noch zwei weitere Lichter erkennen, treffen tun wir weiterhin niemanden. So langsam knurrt mir der Magen und die Beine werden langsamer. Ich frage mich zum hundertsten Mal: wo bleibt das verdammte Refugio?? Die Landschaft wirkt zunächst sehr trocken, farblos und eintönig. Und dann endlich – ein Moment der Erleichterung: Das Refugio!

 

Vom Refugio bis zur Seilbahnstation

Nach insgesamt 3 Stunden und ca. 900 Höhenmetern treffen wir hier das erste Mal auf weitere Wanderer. Auch die Leute aus dem Refugio packen so langsam ihre Sachen. Wir haben ca. eine dreißigminütige Pause eingeplant. Also setzen wir uns auf eine Steinmauer und naschen erstmal unser Obst und die Maiswaffeln. Langsam wird es kalt und auch die ersten Leute machen sich auf den Weg zum Gipfel. Also raffen auch wir uns wieder auf.

Wanderung Pico del Teide - mit Stirnlampe den Vulkan hoch

Die Strecke ist ebenfalls ein steiniger Pfad und führt in Serpentinen steiler hoch bis zur Seilbahnstation. Dieser Teil ist zwar deutlich kürzer, doch so allmählich macht sich die Höhe bemerkbar. Wir legen also des Öfteren einige „Miniverschnaufpausen“ ein. Hier ist man nicht mehr alleine auf der Strecke, also ist es ein stetiges Überholen und überholt werden. Nach ca. einer weiteren Stunde erreichen wir die Seilbahnstation.

 

Seilbahnstation bis zum Gipfel

Von dort aus wird der Aufstieg auf den Gipfel noch etwas steiler und deutlich schwieriger. Der Pfad ist relativ schmal – die Steine teilweise wacklig. Es sind nun doch einige Wanderer mehr geworden und alle haben ihr eigenes Tempo. Das Überholen gestaltet sich hier etwas schwieriger. Man kann auch das ein oder andere Mal das Gleichgewicht verlieren, wenn man zu hektisch ist – oder Daniel? Dazu mehr aber in einem anderen Beitrag :-D. Das letzte Stück zum Gipfel dauert ungefähr weitere 20 Minuten. Mittlerweile zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen in einem kräftigen Orange. Auch die Landschaft wirft allmählich ihre Schatten – es ist wirklich wunderschön!

 

Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Pico del Teide

Und dann ist es endlich soweit – wir sind am Gipfel angekommen und können in unseren ersten Vulkankrater schauen! Es ist ein einzigartiger Moment und wir sind unglaublich stolz. Der Schwefelgeruch wird immer stärker und der Dampf hat etwas Unheimliches. Kaum zu glauben, dass wir gerade auf einem noch aktiven Vulkan stehen. Der 360° Rundblick ist atemberaubend schön und dann geht endlich die Sonne auf. Dieser Moment gehört zu den schönsten Dingen, die wir bisher erlebt haben.

Der Platz auf dem Gipfel ist logischerweise begrenzt. Also klettern wir durch die Leute hindurch auf einen schönen Platz, um den Moment zu genießen und ein paar Fotos zu machen. Und dann entdecke ich ihn – der längste Schatten Spaniens baut sich hinter dem Krater über der Landschaft auf – ein einzigartiges Bild. Unsere Finger sind nach kurzer Zeit eingefroren – und das trotz Handschuhe.

Wanderung Pico del Teide - der längste Schatten Spaniens

 

Der Abstieg vom Pico del Teide

Also machen wir uns nach ca. 30 Minuten auf den Rückweg. Sich die Finger im Schwefeldampf wieder auftauen zu lassen ist vielleicht nicht die schlauste Idee – kommt uns in dem Moment allerdings so vor :-D. Innerhalb von Sekunden sind unsere Finger wieder warm. Dann geht es auf dem gleichen Weg zurück Richtung Seilbahnstation. Die meisten Leute entscheiden sich dort für die bequeme Alternative. Zunächst kommt ein wenig Neid auf. Daniel ist jedoch der festen Überzeugung, dass wir es auch locker wieder nach unten schaffen. Also überredet!

Wanderung Pico del Teide

Das erste Mal erblicken wir die atemberaubenden schwarzen Lavafelder, die wir auf dem Hinweg gar nicht erkennen konnten. Da wird mir klar – Daniel hatte Recht (muss ich leider auch mal zugeben 😀 ). Erneut am Refugio angekommen packen wir unsere warmen Klamotten in den Rucksack, denn die Sonne macht sich so langsam bemerkbar. Und weiter geht es. Wahnsinn, durch welche Landschaft wir heute Nacht gewandert sind! Schwarze Lavafelder, grüne Ginsterbüsche, lila und gelbe Blumen sowie roter Kies (War der auf dem Hinweg nicht weiß?).

 

Verlaufen?!

Und dann entdecken wir sie – die Teide-eggs! Wirklich zum Teil gewaltige Brocken, die quer verteilt in der Gegend rumliegen. Als Daniel meint, den Parkplatz zu entdecken, sind wir heilfroh. Irgendwann auf der Strecke denke ich mir: Parkplatz? Da muss doch dann auch eine Straße sein – aber weit und breit keine Straße in Sicht. Wir sind doch jetzt schon ewig runter gelaufen – haben wir uns verlaufen? Kann nicht sein, die Infotafel, die Wegschilder – alles war richtig. Nur der Parkplatz war halt doch keiner 😀 Also weiter …

Wanderung Pico del Teide - Teide Eggs

Die Beine werden mit jedem Schritt schwerer. Dann kommt endlich ein Schild: 2,5 Kilometer bis zum Parkplatz. YES! Also fast geschafft. Doch wie lang können bitte 2,5 Kilometer sein!?!?!?! Ein weiteres Schild: Erst 700 Meter geschafft. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Nochmal raffen wir uns auf und sind erleichtert, als wir den echten Parkplatz entdecken – MIT unserer Straße :-D.

Wir hätten nicht gedacht, dass wir für den Abstieg noch einmal ca. 4 Stunden brauchen. Erklärbar ist das nur durch meine Millionen Fotos, die einfach nie genug waren :-D. Völlig kaputt, entleeren wir wieder unsere Wanderschuhe und lassen uns in die Sitze vom Auto fallen. Auf dem Weg zurück, machen wir noch einen Stopp im Panorama Restaurant und genießen ein kühles Radler. Gibt es in so einem Moment etwas Besseres?

 

Unser Fazit

In unserer Unterkunft angekommen, machen wir uns eine riesige Nudelpfanne – verdient! Was ein toller Tag – jeder harte Schritt hat sich gelohnt und wir würden es immer wieder so machen. Es ist eine einzigartige Erfahrung, sich alleine im Dunkeln auf den Weg zum Gipfel eines aktiven Vulkans zu machen, knapp 10 Stunden unterwegs zu sein und eine wundervolle Landschaft zu entdecken. Wir können unsere Tour jedem, der es sich zutraut, nur weiterempfehlen!

Wanderung Pico del Teide

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