Swakopmund – Namibias deutsche Kolonialstadt und Robbentour

Nach unserem Aufenthalt an der Spitzkoppe ging es weiter nach Swakopmund. Die Küstenstadt gehört mit zu den beliebtesten Ferienorten in Namibia. In Swakopmund erinnerte uns die Architektur einiger Gebäude und das Flair an die deutsche Kolonialzeit. Teilweise haben wir uns gefühlt, als ob wir durch einen Ferienort an der deutschen Nordsee schlendern würden.

Unsere Tipps für Swakopmund 

Zwei Tage verbrachten wir in der wunderschönen Küstenstadt Swakopmund. Liebend gerne hätten wir noch einen weiteren Tag dort verbracht, doch unser Weg führte anschließend weiter nach Sossusvlei. 

Nichtsdestotrotz konnten wir in den zwei Tagen einen super Eindruck von Swakopmund gewinnen und Besonderes erleben. Denn die Küstenstadt und auch die Umgebung haben viel zu bieten. Aber schau doch selbst …. 🙂

 

Wundervolle Architektur aus der Kolonialzeit 

Wer einfach nur ein wenig durch die Straßen von Swakopmund schlendert, wird schnell auf die beeindruckende Architektur aufmerksam, die aus der Kolonialzeit stammt. Nahezu an jeder Ecke gibt es wunderschöne Bauten im kolonialen Stil. Deutsche Straßennamen, deutsche Bäckereien und allerhand weitere deutsche Bezeichnungen finden sich in den Straßenzügen von Swakopmund. Dazu gibt es auch noch eine große Anzahl an Deutschstämmigen, denen man überall in Swakopmund begegnet. 

Ein ausgiebiger Spaziergang an der wilden Küste und durch die Straßen mit den schönen und durchweg gut erhaltenen Kolonialbauten ist also perfekt, um die Stadt kennen zu lernen.

Swakopmund in Namibia und seine schönen Gebäude
Kriegsdenkmal in Swakopmund

 

Das deutsche Brauhaus in Swakopmund 

Wer hätte das gedacht? Ein deutsches Brauhaus mitten in Namibia? Ja, das gibt es – und zwar in Swakopmund. Das Swakopmund Brauhaus ist ein allseits beliebter Treff, insbesondere für die deutschstämmige Bevölkerung – und auch viele Touristen verlaufen sich hierhin. Das hier ist übrigens das Brauhaus. 

Swakopmund Brauhaus

Auch wir ließen es uns nicht nehmen, einen Abend im Brauhaus zu versacken. Während es am Nachmittag beim Vorbeischlendern gähnend leer war, trauten wir am Abend kaum unseren Augen. Das Brauhaus war brechend voll. Glücklicherweise ergatterten wir noch einen Platz an der Theke neben zwei deutschstämmigen Namibianern.

Lange und interessante Gespräche über das namibianische Leben sowie unzählige Bier später, wurden wir vom Brauhaus-eigenen Taxifahrer zu unserer Unterkunft gebracht. Denn nachts sollte man in Swakopmund nicht alleine herumlaufen. Aus diesem Grund bieten viele Unterkünfte, Restaurants und Bars einen vertrauenswürdigen Fahrservice an. Trotz verschiedener Warnungen und Hinweise von unseren Sitznachbarn aus dem Brauhaus und der Besitzerin unserer Unterkunft fühlten wir uns zu jedem Zeitpunkt sicher – vielmehr gefiel uns Swakopmund sehr gut, sodass wir garantiert irgendwann wiederkommen werden. 

 

Der Woermann Turm – der Spot für einen Blick über Swakopmund 

Das Woermann Haus ist ein gut erhaltenes Kolonialhaus. Während nahezu alle Häuser tolle Fotomotive sind, bietet das Woermann Haus mehr. Denn es ist möglich, den Damara Turm am Haus zu besteigen. Von dort könnt ihr die Aussicht über Swakopmund genießen – wir haben leider erst zu spät von diesem Spot erfahren.

 

Die Promenade und der Jetty Steg

Direkt nach unserer Ankunft in Swakopmund machten wir uns auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Zwei Wege standen zur Auswahl: durch die Straßen oder an der Promenade entlang. Kein Wunder, dass wir uns für den Spaziergang an der Strandpromenade von Swakopmund entschieden – denn wir lieben das Meer 🙂

Die Promenade von Swakopmund

Die Promenade ist schön angelegt und definitiv für einen Spaziergang geeignet. Dort froren wir zum ersten Mal in Namibia – ja richtig, uns war kalt – und das in Namibia. Denn Swakopmund ist nicht unbedingt als warmer Urlaubsort in Namibia bekannt. Zu unserer Reisezeit im September waren es tagsüber zwar ca. 18 Grad. Allerdings sorgte der kalte Wind an der Küste für den ein oder anderen Kälteschauer.

Aber zurück zur Promenade – diese ist mit Palmen gesäumt und sehr sauber. Ihr könnt also einen wunderschönen Spaziergang am Meer entlang machen und den Wellen beim Brechen zuschauen. 

Am Ende der Promenade kommt der Jetty. Dabei handelt es sich um einen 300 Meter langen Steg, der in das Meer hineinreicht. Ihr könnt also quasi in das Meer hineinlaufen – doch Vorsicht, der Wind ist dort noch kälter. Mit dem Jetty 1905 gibt es dort sogar ein Restaurant, in dem ihr mit Blick auf den südlichen Atlantik euer Essen genießen könnt. 

 

Das Heimatmuseum 

Wer Lust auf ein wenig Geschichte hat, ist im Heimatmuseum von Swakopmund richtig. Für nur wenig Geld (wir meinen, es waren ca. 2 Euro) könnt ihr dort jede Menge interessante Sachen entdecken. Einige Ausstellungsgegenstände vermitteln das Gefühl, als wenn ihr euch inmitten der deutschen Kolonialzeit befindet. 

Heimatmuseum in Swakopmund

 

Swakopmund Lighthouse – der Leuchtturm 

Kaum zu übersehen – der Leuchtturm von Swakopmund. Der rot-weiß gestreifte Turm ist über 20 Meter hoch und mittlerweile weit über 100 Jahre alt. Mit den Palmen rund um den Turm ein wunderschönes Fotomotiv – übrigens sind die Palmen eine der wenigen Dinge, die daran erinnern, dass ihr euch nicht an der deutschen Nordsee in Husum oder Sankt Peter Ording befindet. 

Leuchtturm von Swakopmund

 

DAS Highlight unserer Namibia Reise – Robbentour bei Walvis Bay 

Bereits im Voraus haben wir beim Unternehmen Namibia Kajak Tours eine Kajak-Tour in Walvis Bay gebucht. Auch wenn wir uns total auf die Tour gefreut haben, hat sie unsere Erwartungen bei weitem noch übertroffen. Denn die Tour war im Nachhinein das absolute Highlight unseres Namibia Roadtrips

Dabei können wir den Veranstalter Namibia Kajak Tours wärmstens weiterempfehlen. Für 700 Namibia Dollar pro Person (ca. 43 Euro) bekamen wir einen freundlichen Rund-um-Service und einen unvergesslichen Aufenthalt inmitten unzähliger Robben. Aber seht doch selbst! 

Walvis Bay und die Kajak Robben Tour

 

Die Anfahrt – Flamingos, Wracks und Schakale 

Unser Jeep bei der Kajak Tour in Walvis Bay
Trotz Allrad festgefahren 😀

Früh am Morgen brachen wir auf in Richtung Walvis Bay. Denn um 7.45 sollten wir am vereinbarten Treffpunkt am Hafen von Walvis Bay sein. Pünktlich angekommen wurden wir sofort von unserem freundlichen Guide in Empfang genommen. Wir bekamen Kaffee angeboten und konnten noch einmal auf Toilette gehen – dann ging es los – in einem Allrad-Jeep in einer kleinen Gruppe mit zwei weiteren Pärchen + unserem Guide

Zunächst fuhren wir einige Minuten durch Walvis Bay, bevor es Offroad weiterging. Schon der Weg war eindrucksvoll – denn auf einmal sahen wir unzählige Flamingos im Wasser stehen. 

Walvis Bay und die Flamingos

Allgemein war der Weg zu unserem Kajak-Spot von Flamingos, Wracks und Schakalen geprägt. Immer wieder sahen wir am Ufer ein altes Schiffswrack liegen oder einen Schakal durch den Sand streifen. Nach ca. 60 Minuten Fahrt kamen wir an unserem Ziel an – einem Strand mit unzähligen Robben und sonst keiner Menschenseele.

 

Die eindrucksvolle Kajak-Tour 

Endlich am Ziel – Robben, Robben, überall nur Robben. Wir stiegen aus dem Auto und konnten kaum etwas anderes sehen – und ja, auch nicht riechen. Voller Enthusiasmus bekamen wir unser „schickes“, wasserdichtes Outfit und wurden kurz in das Kajak-Fahren eingewiesen – es war schließlich unser erstes Mal Kajaken. Doch dafür klappte es schon recht gut – vielleicht nicht ganz so professionell wie bei der nächsten Tour in der Halong Bay in Vietnam, aber für den Anfang passabel.

Der Kajak-Trip war beeindruckend und einzigartig – selbst beim Schreiben fehlen einem immer noch die Worte. Zum Glück sagen Bilder manchmal mehr als die besagten 1000 Worte. 

Besonders süß war übrigens eins: wenn wir die Hände zur Faust geballt haben, sind die Robben angekommen und haben mit der Schnauze gegen unsere Hand gestoßen – als ob sie uns begrüßen wollten – unfassbar süß 🙂

Um unser Kajak tummelten sich unzählige Robben, die sich gerne von uns den Bauch kraulen ließen. An dieser Stelle übrigens noch ein Lob an unseren Guide: denn dieser fütterte die Robben nicht an und achtete darauf, dass die Tiere ihren Freiraum hatten – doch die neugierigen Schwimmer bekamen einfach nicht genug von uns und schwammen unserem Kajak stets hinterher. Bei einigen Touren sollen die Robben sogar bis ins Kajak hüpfen – darauf warteten wir vergeblich.

Robbentour bei Walvis Bay
Robbentour bei Walvis Bay

Und selbst Delfine konnten wir aus dem Kajak erblicken … 

Unser Guide baute übrigens eine provisorische Toilette (eigentlich nur einen Sichtschutz) sowie einen Tisch auf. Dazu gab es Kaffee, Tee und Kekse. Yummiiii 🙂

Frühstück bei der Robbentour :-)

Nach einem kurzen Snack ging es dann zurück! Wenn ihr nach Swakopmund oder Walvis Bay kommt, solltet ihr diese Kajak-Tour nicht verpassen – denn sie ist wirklich jeden Namibia Dollar wert. 

 

Die Alternative zur Kajaktour in Walvis Bay – Cape Cross 

Wer in Namibia rund um Swakopmund Robben sehen möchte, hat die Qual der Wahl. Denn es gibt mit Walvis Bay und Cape Cross zwei verschiedene Spots für das Seal-Watching. 

Wir entschieden uns für Walvis Bay, als wir den tollen und super bewerteten Kajak-Trip gefunden haben – und wir würden es wieder so machen! 

Cape Cross soll allerdings auch beeindruckend sein. Dort leben über 100.000 Robben. In ca. eine Stunde Fahrt seid ihr von Swakpomund in Cape Cross. 

Bei unserer nächsten Reise nach Namibia, werden wir u.a. Cape Cross einen Besuch abstatten. Dann können wir auch beurteilen, welcher Spot der Bessere ist. Trotzdem machen wir die Kajak-Tour definitiv ein zweites Mal.

 

Unsere Unterkunft in Swakopmund 

Sandcastle Apartments in Swakopmund

In und rund um Swakopmund stimmt einfach alles. Dazu passte unsere Unterkunft perfekt ins Bild. 

Wir verbrachten zwei Nächte in den Sandcastle Apartments in Swakopmund. Eine Nacht dort kostet 38 Euro. 

Sandcastle Apartments In Swakopmund
Unser Nachbarshund in Swakopmund

Dafür bekamen wir ein sehr geräumiges Apartment, das überaus stilvoll eingerichtet war. Wir hatten viel viel mehr Platz, als wir brauchten. Das Bett war super bequem und die Hunde vom Nachbarn total süß. Der Parkplatz und die gesamte Unterkunft lagen hinter einer Mauer und waren mit einer Alarmanlage gesichert. 

Dazu gehört die super freundliche und hilfsbereite Gastgeberin Silke, die vor einigen Jahren aus Hamburg nach Namibia auswanderte.

Die Sandcastle Apartments können wir uneingeschränkt weiterempfehlen! Buchen könnt ihr die Unterkunft direkt hier.

 

Leider verpasst – die Little 5 Tour 

Leider war die Zeit für unsere Namibia Reise etwas zu knapp – nur zu gerne, hätten wir noch einen dritten Tag in Swakopmund verbracht. Dann hätten wir auf jeden Fall die beliebte Little 5 Tour gemacht. 

Fast alle Little 5 Safaris starten in Swakopmund. Meistens werdet ihr direkt am Hotel abgeholt und anschließend geht es mit Jeeps ab in die Wüste. Die Wüste liegt direkt gegenüber vom wilden Meer – nur eine Straße trennt die beiden. Das haben wir so auch noch nicht erlebt!

In der Wüste begebt ihr euch auf die Suche nach der tanzenden Lady (einer Radspinne), dem kleinsten Otter, dem bunten Wüstengecko, einer Eidechse und einem Chamäleon. Dies sind die kleinen Gegenspieler zur Big 5 Afrikas

Da wir die Big 5 bereits gesehen haben, werden wir beim nächsten Mal auf jeden Fall die Little 5 entdecken wollen. 

Einen tollen Erfahrungsbericht gibt es auf dem Blog Ferngeweht. Dort wird auch eine Tour empfohlen, die auf Naturschutz besonders Rücksicht nehmen soll. 

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