Die schönsten Teeplantagen in Sri Lanka & mit dem Zug von Kandy nach Ella

Sri Lanka ist bekannt für den schwarzen Ceylon Tee und dessen einzigartige Teeplantagen. Die meisten Touristen schauen sich diese auf der berühmten Strecke von Kandy nach Ella direkt aus dem Zug an und enden dann in dem beliebten Ort Ella. Wir haben uns ebenfalls für diese Zugfahrt entschieden, sind aber zunächst in Haputale gelandet. Wieso wir gerade Haputale angesteuert haben und unsere Meinung über die hochgelobte Zugstrecke erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

Zugfahren in Sri Lanka

 

Die Zugfahrt von Ella nach Kandy

Der Weg ist das Ziel – so ist es auch bei der Strecke zwischen Kandy und Ella. Die Landschaft ist einfach einmalig schön! Sie wechselt zwischen Teeplantagen, einheimischen Dörfern und weiten Ausblicken. Aber fangen wir mal ganz von vorne an:

 

Tickets reservieren?

Aufgrund einer Vielzahl von Erfahrungsberichten, nahmen wir uns vor, Tickets so früh wie möglich zu reservieren. Die ca. siebenstündige Zugfahrt zählt nämlichen zu den beliebtesten „Touristenattraktionen“ in Sri Lanka. Also, gesagt – getan. Zwei Tage vor der Weiterreise machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Dort teilte uns der Bahnmitarbeiter mit, dass Tickets erst am gleichen Tag gekauft werden könnten – in Ordnung. Nach unserem Aufenthalt in Kandy packten wir unsere Sachen, fuhren erneut sehr früh zum Bahnhof und wollten nun endlich unsere Sitzplätze reservieren. Diesmal wurden wir darüber informiert, dass am gleichen Tag keine Sitzplatzreservierungen mehr durchgeführt werden können – Alles klar. Keine Ahnung was wir falsch gemacht hatten, aber unser Plan wollte einfach nicht aufgehen.

 

Die unterschiedlichen Klassen & Preise

Wir versuchten trotzdem unser Glück und warteten am Gleis auf den Zug. Wie bei den meisten Strecken, gibt es eine erste, zweite und dritte Klasse. Dabei ist die erste Klasse die Unspektakulärste – die Fenster können nicht ganz geöffnet werden und meistens trifft man nur Touristen in diesen Wagons. Bei der zweiten Klasse gibt es ebenfalls eigene Sitzplätze und die Fenster können vollständig geöffnet werden. Die dritte Klasse bietet sich an, um das Leben & die Menschen in Sri Lanka kennenzulernen. Meistens teilt man sich die Lederbänke mit sechs weiteren Fahrgästen, die Fenster sind weit geöffnet und Einheimische kommen häufig mit Obst, Getränken und Gebäck vorbei.

Darüber hinaus sind in Sri Lanka die Türen der Züge die gesamte Fahrt geöffnet und auch wenn es sich häufig um einen „Expresszug“ handelt, ist die Geschwindigkeit so überschaubar, dass man gemütlich im Türrahmen Platz nehmen und die Landschaft genüsslich an sich vorbeiziehen lassen kann. Die Preise für die Zugstrecken sind echt ein Witz. Genau wissen wir sie leider nicht mehr, wir können aber sagen, dass wir in Deutschland nicht mal einen leckeren Kaffee dafür erhalten hätten.

Zugfahren in Sri Lanka

 

Los gehts – von Kandy nach Haputale

Am Tag fahren zwei Züge von Kandy nach Ella – wir haben uns für die frühe Alternative entschieden. Als der Zug schließlich endlich einfuhr, versuchten wir einen Sitzplatz am Fenster zu ergattern. Leichter gesagt als getan, es gab nämlich so oder so keinen einzigen freien Sitzplatz mehr. Also teilten wir uns mit vielen, vielen, vielen anderen Leuten den Gang des Zuges. Die Landschaft war wirklich wunderschön! Leider konnten wir sie in der Hitze, zusammengequetscht und bei dem Ruckeln des Zuges nicht wirklich genießen.

Zwischendurch kamen dann noch Händler vorbei, die sich mit ihren riesigen Körben durch die Menge drängelten. Viele Leute nahmen auf ihren Rucksäcken auf dem Boden Platz und nach und nach wurde es doch immer leerer. Nach 4 Stunden Quälerei ergatterten wir zwei Sitzplätze und genossen die restliche Zeit mit dem Blick nach draußen. Als wir schließlich Haputale erreichten, stiegen wir völlig erschöpft aus. Wir ließen uns mit dem Tuk Tuk zu unserer Unterkunft bringen und verbrachten den restlichen Tag mit Essen und Schlafen.

 

Unser Fazit zur Zugstrecke von Kandy nach Ella

Ob wir die Zugfahrt also empfehen? Jain. Landschaftlich ist die Strecke ein Traum! Und auch das Zugfahren ist in Sri Lanka einfach genial – wir haben es geliebt, in den offenen Türen zu verweilen und die vielfältige Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen. Was bringt aber das schönste Kleid im Schrank, wenn es einfach nicht passt? Der Zug war einfach so überfüllt, dass wir die meiste Zeit damit verbrachten, zwischen verschwitzten Menschen eingequetscht zu sein und nicht damit, uns die Landschaft genauer anzusehen. Es soll helfen, wenn man die Strecke einfach andersherum fährt, also von Ella nach Kandy. Da wir es nicht ausprobiert haben, können wir dazu nicht viel sagen.

Wir würden die Strecke wahrscheinlich so nicht noch einmal fahren, aber irgendwie zählt es auch zu den Erlebnissen, die man in Sri Lanka mal gemacht haben muss. Wer weiß, vielleicht hast ja auch gerade du mal das Glück und erwischst direkt einen Sitzplatz 😊. Unserer Meinung nach sind aber auch andere Strecken, wie zum Beispiel die von Colombo nach Kandy, sehr empfehlenswert.

Zugstrecke Kandy - Ella

 

Unsere Unterkunft in Haputale

Haputale ist ein kleiner, untouristischer Ort, in dem es nicht viel gibt. Auch nicht viele Unterkünfte. Wir haben uns für das Sa Rest Inn entschieden. Dabei ist der freundliche Gastgeber auch dein persönlicher Tuk Tuk Fahrer & Koch, was in Sri Lanka häufig der Fall ist.

 

Lipton’s Seat – die schönsten Teeplantagen in Sri Lanka

Wir sind nicht aus Langeweile schon in Haputale ausgestiegen. Grund dafür waren die riesigen Teeplantagen Lipton’s Seat. Gegen 6 Uhr morgens machten wir uns mit unserem Tuk Tuk Fahrer, inklusive Lunchpaket, auf den Weg hoch zum Lipton’s Seat. Ein Tipp für diejenigen, die das auch noch vorhaben: Zieht euch warm an, es ist einfach a****kalt! Oben angekommen fuhr unser Gastgeber wieder zurück und wir nutzen den Rückweg für einen Spaziergang durch die schönsten Teeplantagen in Sri Lanka. Auf dem Gipfel der Teeplantagen trifft man Sir Lipton, mit dem man die einmalige Aussicht genießen kann. Sir Lipton saß früher häufig an diesem Platz, um seine Teefelder zu begutachten. Für diesen wunderschönen Ausblick ist es aber wichtig, früh morgens vor Ort zu sein. Sonst versperrt einem eine dicke Wolkenwand die Sicht.

 

Einladung zu Tee & Keksen

Bei unserem Spaziergang nach unten durchquerten wir die schönsten Teeplantagen in Sri Lanka und trafen dabei auf viele Hunde und die fleißigen Teepflückerinnen! Als wir schließlich eines der Dörfer durchquerten, sprach uns ein kleiner Junge an, der uns gerne sein Haus und seine Familie zeigen wollte. Dabei lernten wir seine herzliche Mutter, seine Schwester und ihren kleinen süßen Puppy kennen. Sie wünschten sich Selfies mit uns und boten uns Tee & Kekse an. Voller Stolz zeigten sie uns ihr kleines Reich. Für uns eine unvorstellbare Wohnsituation. Es waren vier Holzstämme in den Boden gerammt, darin drei Matratzen, ein Sofa und eine „Kochecke“. Eine Toilette gab es keine, die Dorfbewohner teilten sich ein öffentliches Plumpsklo. Trotzdem waren sie einfach glücklich und freuten sich unglaublich über unsere Gegenwart. Wir gaben ihnen ein wenig Geld und unsere Bananen, die wir noch im Rucksack hatten. Es war nicht viel, aber die Freude von den Menschen war umso größer. Das war für uns viel mehr Wert, als die paar Taler im Portmonee.

 

Teefabrik und Wanderung zurück nach Haputale

Auf dem Weg ins Tal gibt es die Möglichkeit, die Teefabrik Dambatenne zu besichtigen. Bei unserem Spaziergang war diese leider geschlossen. Nach drei Stunden rauf, runter, Rechtskurve, Linkskurve wurden die Beine langsam lahm. Auf eine längere Wanderung waren wir nicht wirklich vorbereitet. Schließlich hielt ein Tuk Tuk neben uns an und obwohl es schon ziemlich eng war, durften wir uns noch mit hineinquetschen. Die Leute konnten kein Wort Englisch und lächelten uns die ganze Strecke nur an. Zu Fuß würde die gesamte Strecke ungefähr 3,5 Stunden dauern – ohne Fotos, ohne Pause und ohne nette Begegnungen. Wir hätten also bestimmt nochmal 3 weitere Stunden gebraucht, obwohl wir beim Wandern immer relativ flott unterwegs sind – aber so ist das halt mal bei einer traumhaften Landschaft!

 

Lohnen sich Haputale und Lipton‘s Seat?

Einfach mega! Wir können den Zwischenstopp in Haputale nur empfehlen. Wir haben Unzählige gesehen, aber die schönsten Teeplantagen in Sri Lanka findet ihr definitiv bei Lipton’s Seat!

die schönsten Teeplantagen in Sri Lanka

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