Reiseland Namibia

Allgemeine Infos über Namibia  

Die Flagge Namibias
Die Flagge Namibias

Namibia ist ein afrikanisches Land, das sich im äußersten Süden befindet, und grenzt an Südafrika, Sambia, Angola und Botswana. An der westlichen Küste liegt der Atlantische Ozean.  

Der Name dieses schönen Landes geht auf die Wüste Namib zurück. Bei der Unabhängigkeit im Jahr 1990 entschieden sich die Einwohner für „Namibia“, da somit keines der zahlreichen Völker benachteiligt wird – ein verbindender und nicht diskriminierender Name war das Ziel. 

In Namibia wohnen weniger als 2,5 Millionen Menschen – dies bedeutet zugleich, dass Namibia, nach der Mongolei, das Land ist mit am wenigsten Einwohnern pro Quadratkilometer. Das großflächige Land und dessen Landschaft ist überwiegend von zwei Wüsten geprägt – der Namib und der Kalahari. Aus diesem Grund ist die Mehrheit der Bevölkerung in den wenigen großen Städten zuhause. Allein die Hauptstadt Windhoek ist Heimat von mehr als 300.000 Menschen – über 1/10 der Gesamtbevölkerung.  

Das afrikanische Land ist von einer bewegten Geschichte geprägt. Unter anderem gehörte Namibia über 30 Jahre lang zum deutschen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika. Zu dieser Zeit war Deutsch die Amtssprache. Ihr werdet sogar heute noch Leute treffen, die reines Hochdeutsch sprechen. Nach dem ersten Weltkrieg besetzten dann die Südafrikaner das Land. Erst 1990 erhielt Namibia von Südafrika die lang ersehnte Unabhängigkeit.

Landwirtschaft und Tourismus sind die Haupteinnahmequellen von Namibia. Das afrikanische Land gehört aufgrund der vergleichsweise fortschrittlichen Entwicklung zu den reicheren Staaten Afrikas. Nichtsdestotrotz leidet ein Großteil der Bevölkerung unter der hohen Arbeitslosigkeit – das Geld konzentriert sich auch hier auf einen eher kleinen Teil der namibianischen Bevölkerung.  

 

Die beste Reisezeit  

Im südlichen Teil des afrikanischen Kontinents dominiert das subtropisch kontinentale Klima. Typisch für diese Klimazone sind eine lange Trockenperiode und nur wenig Regen. Dies bedeutet grundsätzlich, dass Reisen nach Namibia das ganze Jahr über möglich sind. Darüber hinaus ist Namibia ein großflächiges Land mit unterschiedlichem Klima. Während im Hochland eher im europäischen Winter mit Regen zu rechnen ist, beschränken sich die Regentage im Süden Namibias auf Juni, Juli oder August.  

In der Hauptstadt Windhoek fällt in den europäischen Sommermonaten meist kein Regen. Die Temperaturen liegen dann zwischen 10 und 20 Grad Celsius. Wenn es in unserem Winter dort deutlich heißer wird, kann es auch zu Regenfällen kommen. Allerdings regnet es in Namibia dann kurz und heftig – keineswegs regnet es tagelang.

Bei den meisten Urlaubern ist die Reisezeit zwischen Mai und September beliebt. Zu dieser Zeit sind die Temperaturen vergleichsweise niedrig, sodass das Land problemlos und angenehm erkundet werden kann. Wir bereisten Namibia im September und hatten perfektes Wetter – Regen gab es keinen und die Temperaturen waren heiß, aber angenehm.  

Da Urlauber in Namibia auf jeden Fall eine Safari unternehmen sollten, hängt die perfekte Reisezeit auch von den Erfolgsaussichten bei der Safari ab. Für die Pirsch sind insbesondere die Monate August und September ideal. Denn dann ist das Wetter trocken, aber noch nicht zu heiß.

 JanuarFebruar MärzAprilMaiJuniJuliAugustSeptemberOktober November Dezember
minimale Tagestemperatur 17171513976912151617
maximale Tagestemperatur 302926252320212327303031
Regentage pro Monat 898410000245

Darüber hinaus ist nach dem afrikanischen Winter die Vegetation nicht wirklich ausgeprägt. Ihr könnt also die Tiere ideal beobachten, weil sie weniger Möglichkeiten haben, um sich zu verstecken. Darüber hinaus hat es dann schon lange nicht mehr geregnet, sodass sich die Tiere die meiste Zeit an den Wasserlöchern tummeln.

Der Etosha-Nationalpark im September - trockene Vegetation
Trockene Vegetation im Etosha während unserer Reisezeit im September

Bei unserer Reise nach Namibia und den Safari-Fahrten im Etoscha Nationalpark im September konnten wir unzählige Tiere beobachten.  

Allerdings bietet jede Jahreszeit seine Vorteile. Wer weniger Touristen antreffen möchte, sollte außerhalb der Hauptreisezeit nach Namibia fliegen. Doch wie schon gesagt: wir waren im September in Namibia und haben das afrikanische Land keineswegs als überlaufen wahrgenommen. Ihr habt also die Qual der Wahl – denn eine Reise nach Namibia macht unserer Ansicht nach wirklich zu jeder Jahreszeit Sinn! 

 

Tipps zur Anreise  

Blick aus dem Flugzeug

Von Deutschland aus gibt es zahlreiche Flugverbindungen nach Windhoek in Namibia. Auf www.skyscanner.de könnt ihr ein bisschen stöbern und ein günstiges Angebot finden.  

Wir flogen im September von Frankfurt nach Windhoek. Unser Hinflug wurde von Air Namibia durchgeführt, während der Rückflug mit Condor zurück nach Deutschland ging. Beide Male hatten wir Direktflüge und bezahlten für zwei Personen für Hin- und Rückflug etwas über 1200 Euro.  

Wir haben unsere Flüge relativ spontan gebucht – erst 10 Tage vorher entschieden wir uns für eine Reise nach Namibia. Wenn ihr frühzeitig im Internet nach Flügen sucht, flexibel bei den Daten seid und auch vor Zwischenstopps nicht zurückschreckt, geht dies auch deutlich billiger. Teilweise gibt es Flüge mit Zwischenstopps für ca. 400 Euro pro Person. 

Ihr solltet bei einer Reise nach Namibia einen deutschen Reisepass, der mindestens noch sechs Monate gültig ist, und einen internationalen Führerschein mit euch führen. Häufig genügt zwar auch der nationale deutsche Führerschein – mit dem internationalen Fahrlizenz, der schnell und günstig beantragt werden kann, geht ihr allerdings auf Nummer sicher.  

Bis zu 90 Tage ist es möglich, für deutsche Staatsangehörige visumfrei einzureisen.  

 

Fortbewegung & Unterkünfte  

Unser Zelt und unser Auto in Namibia
Unser Zelt und Auto 🙂

Wie kommen Urlauber in Namibia von A nach B? Mit dem Auto. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, die es einem Urlauber ermöglichen würden, das ganze Land zu bereisen.  

Aus diesem Grund solltet ihr bei einem Namibia Urlaub einen Mietwagen buchen. Ihr seid dann flexibler und könnt jederzeit einen Stopp einlegen. Zudem ist es möglich, die Nationalparks mit eigenem Auto zu befahren und ihr seid nicht auf die Buchung von Safari-Touren angewiesen.  

Für uns ging somit kein Weg an einem Mietwagen vorbei. Es stellt sich dann noch die Frage, ob ihr einen 4×4 oder ein anderes Auto buchen solltet. Viele Blogger und Mietwagenanbieter sagen, dass an einem 4×4 kein Weg dran vorbei geht. Dieser Ansicht sind wir nicht. Wir wollten nicht soviel Geld für einen 4×4 ausgeben und haben uns für einen SUV von Toyota entschieden. Dieser hatte genügend Platz zum Verstauen unserer Klamotten und die Bodenfreiheit war mehr als ausreichend. Wir haben in den Nationalparks auch andere Touristen gesehen, die mit einem normalen flachen Mietwagen fuhren. Davon würden wir euch abraten – denn die Straßenverhältnisse sind größtenteils alles andere als gut.

Wir haben unseren Mietwagen, wie immer, über check.24.de gebucht. Für unseren Mietwagen haben wir für 12 Tage knapp 600 Euro bezahlt. Im Preis inklusive war ein Rundum-Versicherungspaket und der Ausschluss jeglicher Selbstbeteiligung. Und das lohnt sich im Normalfall in Namibia immer – so auch bei uns. Doch dazu an anderer Stelle mehr.  

Wer campt hat natürlich den Vorteil, dass bei einem 4×4 teilweise ein Dachzelt vorhanden ist. Wir hatten ein normales Zelt im Gepäck und haben dies nie bereut. Denn wir konnten ohne Probleme bei den täglichen Safaris das Zelt stehen lassen. Allerdings spricht für das Dachzelt, dass ihr etwas mehr Distanz zwischen dem Boden mitsamt der Krabbeltiere und dem Zelteingang habt.  

Letztendlich ist die Wahl eurem Geschmack überlassen. Wir empfehlen: 

Auto: Ja 

4×4: nicht unbedingt 

SUV: auf jeden Fall 

Kleinwagen: auf keinen Fall 

Versicherung: auf jeden Fall  

 

Die Kosten einer Reise nach Namibia 

Selbstverständlich hängen die Kosten einer Reise nach Namibia stark von verschiedenen Faktoren wie Dauer und Unterkünfte ab.

Je nachdem, ob ihr in Lodges, Guestfarms oder auf Campingplätzen übernachten wollt, variieren die Kosten. Bei Lodges gibt es hinsichtlich des Übernachtungspreises nach oben hin keine Grenzen. Einfache Lodges gibt es aber auch schon für 50 Euro die Nacht. Guestfarms sind etwas billiger.  

Am günstigsten ist allerdings das Übernachten auf Campingplätzen. Einen Stellplatz gibt es in der Nähe von Nationalparks und in wunderschöner Natur bereits für ca. 20 Euro. Dann könnt ihr euer eigenes Zelt aufschlagen und die Nacht preiswert verbringen.  

Die Lebenshaltungskosten sind etwas geringer als in Deutschland. Wer selber kocht, spart selbstverständlich viel Geld gegenüber dem täglichen Gang in Restaurants. Auch die Preise in Restaurants liegen jedoch leicht unter dem deutschen Preisniveau.   

Euroscheine

Bei einem Roadtrip mit dem Auto ist es zudem entscheidend, wie teuer der Sprit ist. In Namibia bezahlt ihr beim Tanken für einen Liter Benzin oder Diesel weniger als einen Euro.  

Wer also bei den Unterkünften auf preiswerte Möglichkeiten wie Camping setzt und sich selbst verpflegt, wird in Namibia nicht allzu viel Geld ausgeben. Die großen Fixbeträge sind die Miete für das Auto und der Flug. Anschließend ist es möglich, einen günstigen Urlaub vor Ort zu verbringen und Land und Leute kennenzulernen.  

Wir haben insgesamt für 11 Tage ca. 3000 Euro ausgegeben. Der Flug und der Mietwagen machen mit ca. 1800 Euro den größten Teil der Kosten aus.

 

Gesundheit und Sicherheit in Namibia 

Gesundheit 

Ein besonderer verpflichtender Impfschutz ist nicht notwendig. Allerdings sollten Reisende die Standardimpfungen haben. In Teilen des Landes besteht ein mittleres bis hohes Malariarisiko. Je nach Art der Reise müsst ihr überlegen, ob eine Malariaprophylaxe notwendig ist oder eine Stand-By Medikation ausreicht. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes findet ihr genauere Informationen zu dem Risiko von Malariaerkrankungen in den verschiedenen Regionen.

Da es immer wieder zu Choleraerkrankungen in Namibia kommt, sollten Reisende vor allem beim Trinkwasser aufpassen. Denn durch die passende Hygiene lassen sich Erkrankungen zumeist im Voraus vermeiden.  

Die medizinische Versorgung ist in Namibia vor allem in den großen Städten auf einem hohen Niveau. Im Krankheitsfall können sich europäische Reisende sorglos in die Obhut der namibianischen Krankenhäuser begeben.  

Medikamente und Spritzen

Vorsicht ist vor Gifttieren geboten. Denn in den Wüstenlandschaften Namibias wohnen verschiedene Tiere, wie zum Beispiel Giftschlangen, Spinnen oder Skorpione, die für Menschen gefährlich werden können. Deswegen solltet ihr bei einer Reise nach Namibia Kleidung, Bettdecke und Schuhe gut ausschütteln, bevor ihr sie benutzt. So vermindert ihr das Risiko, von einem dieser Tiere gestochen oder gebissen zu werden. Auch unter Steinen und in Erdlöchern verstecken sich vor allem die giftigen Skorpione gerne.  

Einen Überblick über die für Menschen gefährlichen Tiere in Südafrika und Namibia gibt es hier.

 

Sicherheit  

In den größeren Städten wie Windhoek oder Swakopmund besteht die Gefahr von Diebstählen und Raubüberfällen. Vor allem in der Dunkelheit wird davon abgeraten, Spaziergänge zu unternehmen.  

Wenn ihr die Fahrzeugtüren verriegelt und dem normalen Sicherheitsgefühl folgt, ist eure Sicherheit allerdings weitgehend gewährleistet. Zu keinem Zeitpunkt der Reise haben wir uns unsicher gefühlt. In Swakopmund wurde uns davon abgeraten, lange Strecken alleine zu gehen. Jedoch haben wir uns bei unseren Spaziergängen durch Swakopmund sehr sicher gefühlt. Restaurants und Bars bieten ihren Gästen nachts einen zuverlässigen Taxi-Service an. Diesen Service haben auch wir im Brauhaus von Swakopmund in Anspruch genommen und waren überaus zufrieden.  

Wie immer ist die Seite des Auswärtigen Amts für eine grobe Einschätzung zu empfehlen. Allerdings sind die Hinweise oftmals übervorsichtig formuliert. Namibia ist grundsätzlich ein sicheres Reiseland und ohne Probleme zu bereisen.  

 

Dauer des Aufenthalts  

Wir waren bei unserer Reise nach Namibia 11 Tage vor Ort. Die Zeit hat allerdings nicht gereicht, um alle Sehenswürdigkeiten des Landes zu erkunden. Deshalb gibt es für uns zahlreiche Gründe, eines Tages zurückzukehren.  

Mit mindestens zehn Tagen Aufenthaltsdauer ist es allerdings möglich, Windhoek, den Etoscha Nationalpark, Swakopmund und die Spitzkoppe zu erkunden. Wir waren zudem noch in Sossusvlei – leider hatten wir dort nicht genügend Zeit, die Gegend ausreichend zu erkunden.

Generell gilt die Devise „desto mehr Zeit, desto besser“. Denn Namibia bietet unterschiedliche Landschaften und unzählige Highlights, sodass euch auch bei einem längeren Aufenthalt garantiert nicht langweilig wird.  

 

Sprache und Kultur  

Genauso unterschiedlich wie die in Namibia wohnenden Völker sind, sind auch ihre Sprachen. Große Teile der Bevölkerung sprechen verschiedene Bantu-Sprachen. Davon gibt es übrigens über 500 Verschiedene.

Darüber hinaus sind allerdings auch Englisch, Deutsch und Afrikaans viel vertreten. Auch wenn deutsche Muttersprachler in der Minderheit sind, ist vor allem bei den Farmarbeitern und in der Tourismusbranche Deutsch die Sprache aller Sprachen. Mit Englisch und Deutsch seid ihr überall auf der sicheren Seite. Die Kommunikation ist problemlos möglich.  

Oftmals haben wir uns gewundert, wer uns so alles versteht 🙂  

Der große Teil der Bevölkerung ist christlich – ingesamt fast 90% der Bevölkerung. Das ist auf die Missionierung in der Kolonialzeit zurückzuführen. So kommt es, dass wir überall im Land christliche Kirchen gesehen haben.

Die weiteren 10% der Bevölkerung sind Anhänger von traditionellen Religionen der Eingeborenen. Angehörige des Islams oder Judentums gibt es nahezu keine.  

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.