Wanderung auf das Hahnkampl im Karwendelgebirge – Goodbye Tirol!

Da stand es uns also bevor: Der letzte Tag, die letzte Wanderung. Vier Wochen haben wir im Zillertal in Tirol verbracht – was für eine unglaubliche Zeit! Für uns war klar: Es sollte nochmal eine ganz besondere Tour werden. Unsere Wahl fiel auf das eindrucksvolle Sonnjoch im Karwendelgebirge! Aber wie man so schön sagt „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Genau! Deshalb haben wir ganz spontan die Wanderung auf das Hahnkampl unternommen :-)!

Wanderung auf das Hahnkampl - Karwendelgebirge

 

Details: Wanderung auf das Hahnkampl

Schwierigkeitsgrad: leicht – mittel

Dauer: 4 Stunden

Strecke: 8 Kilometer

Höhenmeter: 813 Hm

Höchster Punkt: 2080m (Hahnkampl)

Startpunkt: Gramaialm

Kosten: Mautstraße zur Gramaialm (4,50€ pro PKW)

 

Anfahrt & Parken

Aufgrund der schlechten Wettervorhersage für den Vormittag machten wir uns um 4 Uhr morgens auf den Weg zur Gramaialm. Um diese Uhrzeit war es noch stockdunkel und ziemlich kalt. Von Pertisau am Achensee hielten wir uns links und bogen zu den Karwendeltälern ein. Daraufhin folgt die Mautstation, welche in der Früh noch nicht kostenpflichtig ist. An der Abzweigung hielten wir uns links Richtung Gramaialm/Falzthurntal. Dieser Straße folgten wir bis zum Parkplatz der Gramaialm.

 

Die Wanderung auf das Hahnkampl

Wie schon gesagt, war unser eigentliche Plan, der Aufstieg auf das Sonnjoch. Aufgrund der Wettervorhersage nahmen wir uns vor, soweit hochzuwandern, wie es die Bedingungen zulassen. Beim Hochleger der Gramaialm entdeckten wir dann diesen entzückenden Gipfel – das Hahnkampl. Wir gingen das Risiko mit dem Wetter also nicht ein und entschieden uns für die kürzere Alternative.

 

Von der Gramailam (1267m) zum Gramai-Hochleger (1750m)

Langsam ging die Sonne auf und wir erreichten den Parkplatz der Gramaialm. Dort bekamen wir einen lauten Empfang. Die Kühe waren nämlich noch tief und fest am Schlafen. Allerdings wurden sie durch unsere Autotüren geweckt. Habt ihr schonmal erlebt, dass in einer mucksmäuschenstillen Umgebung, über 30 Glocken gleichzeitig anfangen zu läuten? Nein? Wir jetzt schon! Es ist laut, sehr laut :-D! Zudem ist es aber einfach zuckersüß, wie die vielen Kühe, alle an einem Fleck zusammen dösen :-)!

Wir starteten unsere Tour und gingen an der Gramaialm vorbei. Dort stießen wir auf die Infotafel der verschiedenen Klettersteige in der Nähe. Wir orientierten uns an den Wegweisern Richtung Gramaialm-Hochleger und folgten dem breiten Schotterweg bis zur Gabelung. Dort folgten wir erneut dem Wegweiser zum Gramaialm-Hochleger und überquerten auf der linken Seite eine Holzbrücke. Wir liefen weiter und ignorierten das Schild zum Wasserfall auf der rechten Seite.

Nun folgten wir dem steilen Schotterweg durch das Gebirgstal bis zum Sattel am Gramaialm-Hochleger. Dieser Pfad schlängelt sich vorbei an Waldstücken, zwei schönen Wasserfällen und wird im Verlauf steiler und steiler. In so manch einem Moment vermissten wir die üblichen Felsstufen auf unserer Wanderung, denn dieser Pfad ging absolut gradlinig nach oben. Kurz vor Erreichen des Sattels entdeckten wir zwei Steinböcke, die sich im Karwendelgebirge besonders wohl fühlen. Nach knapp einer Stunde erreichten wir den Gramaialm-Hochleger. Während unserer Pause entdeckten wir das Gipfelkreuz unseres neuen Ziels. Das Hahnkampl lächelte uns förmlich ins Gesicht. Manchmal ist es doch schön, seine Pläne über Bord zu werfen und sich selbst ein wenig zu überraschen :-).

Wasserfall auf der Wanderung auf das Hahnkampl

 

Vom Gramaialm-Hochleger (1750 m) auf das Hahnkampl (2080m)

Wir liefen an der Hütte vorbei und durchquerten ein Gatter. An einer Weggabelung hielten wir uns links Richtung Hahnkampl.

Aussblick Karwendelgebirge - Wanderung auf das Hahnkampl

Auch hier waren die Kühe noch in Schlummermodus. Wir steuerten in großem Bogen den Gipfelgrat an. Nach kurzer Zeit hatten wir schon eine großartige Sicht auf die umliegenden Berge. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Wanderung ohne größere Schwierigkeiten zu bewältigen. Je näher wir dem Gipfelkreuz aber kamen, desto mehr mussten unsere Hände mithelfen. Nach einer kurzen Kraxelei erreichten wir das Gipfelkreuz mit einem phänomenalen Ausblick! Das Besondere am Hahnkampl ist, dass der Berg trotz seiner Größe atemberaubende Aussichten auf die deutlich größeren Nachbarn bietet. Vom Gipfel aus hatten wir einen perfekten Blick zum beeindruckenden Sonnjoch. Auch wenn es diesmal nicht geklappt hat. Dieser Koloss steht auf jeden Fall noch auf unserer To-Do!

 

Auf gleichem Weg zurück ins Tal

Wie ich im Nachhinein gelesen habe, gibt es noch zwei Alternativen für den Abstieg. Da wir uns vorher nicht weiter informiert hatten, entschieden wir uns, den gleichen Weg zurück zu wandern. Die Atmosphäre auf unserer letzten Wanderung war noch einmal etwas ganz Besonderes. Da wir so früh auf den Beinen war, sahen wir auf der gesamten Wanderung keine Menschenseele. Wir hatten die Berge und diese wundervolle Landschaft ganz für uns allein – kann ein Abschied schöner sein?

 

Fazit zur Wanderung auf das Hahnkampl

Die Wanderung auf das Hahnkampl gehört auf jeden Fall zu unseren Lieblingstouren! Auf dem vergleichsweise kleinen Gipfel erwartete uns eine spektakuläre Kulisse, die wir so nicht erwartet hätten. Der Schotterweg bis zum Gramaialm-Hochleger ist ein wenig öde und sehr anstrengend. Umso schöner ist die Ankunft oben! Die Tour ist übrigens als schwarze Wanderung ausgezeichnet – diese Einstufung können wir nur auf das letzte kurze Stück zum Gipfel zurückführen.

Da die Touren im Karwendelgebirge sehr beliebt sind, empfehlen wir die Wanderung früh morgens zu unternehmen. So ist ein traumhaft schönes Gipfelerlebnis in voller Ruhe & Idylle garantiert! Der perfekte Tag um „Auf Wiedersehen“ zu den Bergen zu sagen :-)!

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