Vom Großglocknerhaus zur Pasterze – Gletschererlebnis am Fuße des Großglockners

Naturbegeisterte sind hier genau richtig. Die Wanderung vom Großglocknerhaus zur Pasterze zählt zu den landschaftlich schönsten Touren, die wir bisher gemacht haben. Noch dazu unsere erste Begegnung mit einem Gletscher – leider genauso schockierend wie beeindruckend.

Vom Großglocknerhaus zur Pasterze

 

Details: Vom Großglocknerhaus zur Pasterze

Dauer: 3 Stunden (je nachdem, wie lange man sich auf der Pasterze aufhält)

Schwierigkeitsgrad: leicht, auf der Pasterze mittelschwer

Ausgangspunkt: Großglocknerhaus

Höhenmeter: 640 Hm

Höchster Punkt: Kaiser-Franz-Josephs-Höhe (2369m)

Strecke: 9,8 Kilometer

Kosten: Maut für Großglockner Hochalpenstraße – pro PKW 37€

 

Anfahrt & Parken

Die Anfahrt erfolgt über die Großglockner Hochalpenstraße. Um diese zu erreichen, stand aus dem Zillertal eine dreistündige Fahrt an. Die etwas mühselige Anfahrt hat sich aber definitiv gelohnt! Abgesehen von der Maut gab es vor Ort keine weiteren Kosten. Die Panoramastraße ist super ausgebaut und einfach zu befahren – man darf nur nicht von den atemberaubenden Ausblicken abgelenkt sein. Die gibt es nämlich en más! Auf der Strecke gibt es viele Infotafeln und sogar Museen, die kostenfrei besichtigt werden können. Unser Ausgangspunkt, das Großglocknerhaus, ist eine der letzten Stationen. Wir parkten das Auto direkt am Parkplatz des Großglocknerhauses und begannen unsere Wanderung.

Anfahrt Großglocknerhaus - Großglockner Hochalpenstraße

 

Wanderung vom Großglocknerhaus zur Pasterze

Wir trauten uns zunächst gar nicht, einen Schritt nach draußen zu setzen – es war so so so so windig! Ich hatte tatsächlich ein wenig Angst um unser Auto. Naja, eine Alternative gabs nicht. Ich war froh, dass die Tür beim Aussteigen drangeblieben ist. Nur meine Schlappen mussten beim Schuhwechsel fast dran glauben :-D! Diese Temperaturen waren wir gar nicht mehr gewohnt, denn es war so eisig, dass wir uns alle Klamotten, die noch irgendwo im Auto rumflogen, überzogen. Gut eingepackt konnte es dann endlich losgehen.

 

Großglocknerhaus – Mageritzenspeicher

Wir starteten unsere Tour durch das Glocknertor und stiegen zunächst über grüne Almwiesen hinab. Schon nach einigen Minuten war der Wind verflogen, sodass wir uns zügig wieder von den hunderten Kleiderschichten verabschiedeten. Wir folgten dem gut markierten Weg hinunter bis zum Mageritzenspeicher, welchen wir links über die beiden großen Staumauern überquerten. Wir waren beeindruckt von der Landschaft und diesen farblichen Kontrasten! Weiter ging es am See entlang, durch das schöne grüne Tal, bis zum ersten kleinen Anstieg auf den Elisabethfelsen.

 

Über die Möll entlang am Sandersee

Der Ausblick war einmalig! Abgesehen von ein paar super süßen und sehr aufdringlichen Schäfchen waren wir an diesem traumhaften Ort völlig alleine! Diese Farben, diese Ruhe – einfach alles war perfekt!

Gletscherwanderung zur Pasterze -

Ein wenig bergab führte der Pfad schließlich über eine Hängebrücke. Unter uns die tosende Möll – so ganz geheuer war mir diese Konstruktion aus Strickseilen und Holz nicht, aber Augen zu und durch.

Über die Möll zur Pasterze - Gletscherwanderung

Wir folgten dem weiterhin gut markierten Weg um den Sandersee herum. Es handelt sich um einen wunderbaren Wanderpfad über Stock und Stein, kaum schwierig, anstrengend oder gar langweilig – halt einfach wunderbar 😊!

Nun wurde der Weg deutlich anstrengender. Über größere Felsstufen erreichten wir die Wegweiser hoch zur Kaiser-Franz-Josephs-Höhe oder weiter auf den Pasterzegletscher. Dort suchten wir uns erstmal ein nettes Plätzchen zum Frühstücken. Die Sicht auf die Gletscherlagune ist etwas ganz Besonderes!

Vom Großglocknerhaus zur Pasterze - Gletscherwanderung

 

Gletscherweg auf der Pasterze

Natürlich machten wir uns gestärkt auf, um uns den Gletscher genauer anzusehen. Ziemlich interessant, aber auch sehr traurig und schockierend ist die Zeitreise, die man auf dem Gletscher macht. Diese verdeutlicht den deutlichen Rückgang des sogenannten „ewigen Eis“. Diese Dimensionen werden einem erst so richtig bewusst, wenn man es mit eigenen Augen sieht.

Die auf der Lagune treibenden Eisschollen sind innerhalb von Sekunden vor unseren Augen weiter und weiter geschmolzen. Wir waren sprachlos und bedrückt. Im Zeitraum zwischen 1968 und 2019 ist der Gletscher um die 1,5 km geschmolzen – 2050 soll er voraussichtlich vollkommen verschwunden sein.

Am Sandersee - Gletscherwanderung zur Pasterze

Schon auf dem gesicherten Teil der Pasterze warnen mehrere Schilder vor Gletscherspalten – dessen Gefahr man auf gar keinen Fall unterschätzen sollte! Irgendwann endet der gesicherte Teil und der Pfad geht „auf eigene Gefahr“ weiter. Wir entschieden uns, noch ein Stück weiter zu wandern. Des Öfteren hörten wir kleinere Eisschollen ins Wasser fallen und als wir den Pfad nicht mehr genau erkennen konnten, kehrten wir um. Das nächste Mal würden wir uns einer geführten Tour anschließen. Diese wird, wenn wir alles richtig verstanden haben, jeden Donnerstag von der Kaiser-Franz-Josephs-Höhe kostenfrei angeboten.

 

Aufstieg zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Alternativ zur Gletscherbahn führt ein anstrengender Weg über Felsstufen zur Kaiser-Franz-Josephs-Höhe. Dieser Teil ist noch einmal deutlich kräftezehrender, als wir zunächst dachten. Oben angekommen erhält man den perfekten Blick auf den Großglockner und die Pasterze – einfach großartig! Außerdem ist die Chance, Murmeltiere aus nächster Nähe zu beobachten, ziemlich groß! Und das ganz ohne Gehege – so wie es sich gehört 😊!

 

Über die Wilhelm-Swarovski-Beobachtungswarte zurück zum Großglocknerhaus

Nun gibt es die Möglichkeiten, die Wanderung über den Gamsgrubenweg fortzusetzen, den gleichen Weg wieder zurück zu wandern oder so wie wir, mal ganz faul den Bus zurück zu nehmen :-D! Einen Rundweg zum Großglocknerhaus gibt es nicht.

Wir nahmen die Treppen zur Wilhelm-Swarovski-Beobachtungswarte, die wir nach einigen Minuten erreichten. Dort ließen sich wunderbar Steinböcke & Murmeltiere bei einem kühlen Getränk im Panorama Restaurant beobachten 😊! Im Anschluss folgten wir der Asphaltstraße nach unten, die uns direkt zur Bushaltestelle führte. Der Bus fuhr nur wenige Minuten zum Großglocknerhaus und „Yeah!“ – Unser Auto war nicht weggeweht 😊!

 

Fazit: Vom Großglocknerhaus zur Pasterze

Definitiv ein Highlight unseres Aufenthalts im Zillertal. Landschaftlich ist die Wanderung nicht zu toppen. Zudem war es für uns ein besonderes Erlebnis, diese Naturgewalten hautnah zu erleben. Für diejenigen, die sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen wollen: Beeilt euch, denn lange wird die Pasterze nicht mehr da sein :-(!

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.