Rundwanderweg Schlegeisspeicher – Olperer Hütte – Friesenberghaus

Unsere zweite Tour in Österreich. Der Rundwanderweg Schlegeisspeicher – Olperer Hütte – Friesenberghaus hat uns wirklich sprachlos gemacht, denn die gesamte Strecke wurden wir von atemberaubenden Panoramen begleitet. Allerdings spüre ich noch heute das Adrenalin, wenn ich an die vielen steilen Schneefelder denke, die wir überqueren mussten. Eine Wanderung, die wir mit phänomenalen Aussichten, wunderschöner Landschaft, aber auch Panikattacken meinerseits verbinden :-D!

Rundwanderweg Schlegeisspeicher

 

Details: Rundwanderweg Schlegeisspeicher – Olperer Hütte – Friesenberghaus

Schwierigkeitsgrad: mittel – schwer

Dauer: 6-7 Stunden (mit Pause an der Olperer Hütte)

Ausgangspunkt/Ziel: Schlegeisspeicher

Höhenmeter: 840Hm

Höchster Punkt: 2600m

Strecke: 13,2 Km

Kosten: Maut für Schlegeisspeicher Alpenstraße – 14€ pro PKW

 

Anfahrt & Parken

Auf der Schlegeisspeicher Alpenstraße geht es in Serpentinen hoch zum Schlegeisspeicher. Dabei durchquerten wir mehrere Tunnel, in denen es nicht wenig von der Decke tropfte – vertrauenswürdig fand ich die nicht, aber Augen zu und durch :-D. Am Ziel angekommen gibt es viele Parkmöglichkeiten direkt am Stausee. Von dort starten verschiedene Wanderwege.

 

Etappen Rundwanderweg Schlegeisspeicher – Olperer Hütte – Friesenberghaus

 

Die Runderwanderung lässt sich wunderbar in drei sehr unterschiedliche Etappen einteilen :-)!

 

1.Etappe: Schlegeisspeicher – Olperer Hütte

Bei dieser Etappe geht’s an die Höhenmeter. Ein wunderschöner kleiner Pfad, der einfach zu begehen ist, führte uns in Serpentinen hoch bis zur Olperer Hütte. Wir kamen vorbei an kleinen Bachläufen und einem schönen Wasserfall – dabei immer hinter uns: Der atemberaubende Schlegeisspeicher. Irgendwann trafen wir auf die Bank „Olpererhüttenblick“, die uns für ein kleines Päuschen einlud 😊. Pirsich genascht, paar Schlückchen Wasser zu sich genommen und sich von der obersten Kleidungsschicht verabschiedet – Schattenplätzchen sind nämlich hier Fehlanzeige. Weiter geht’s! Noch machten wir uns über die winzigen Schneefeldchen lustig, an denen wir vorbeikamen. Mal sehen, ob wir später auch noch am Lachen sind?! Endlich sahen wir die Olperer Hütte. Für die knapp 600 Höhenmeter haben wir etwa 1 Stunde gebraucht. Bevor wir uns aber eine kleine Erfrischung gönnten, machen wir einen Abstecher nach rechts und genossen die wundervolle Aussicht ganz für uns alleine!

 

2.Etappe: Olperer Hütte – Friesenberghaus

Nach einem erfrischenden Getränk ging es weiter. Die nächste Etappe der Rundwanderung Schlegeisspeicher – Olperer Hütte – Friesenberghaus ist Teil des beliebten Berliner Höhenweges. Hinter der Olperer Hütte folgten wir dem Wegpfeiler nach rechts Richtung „Friesenberghaus“. Kurz darauf kamen wir auch an der beliebten Hängebrücke vorbei. Natürlich konnten auch wir uns dieses traumhafte Foto nicht entgehen lassen! Es folgten mehrere Geröll- und kleine Schneefelder sowie weiterhin traumhafte Ausblicke! Wir waren wirklich sprachlos von dieser Schönheit der Natur. Die Aussichten auf die schneebedeckten Gipfel waren einfach so beeindruckend.

 

Schneealarm!

Nach der Ausschüttung purer Endorphine verging mir das Lachen ein wenig. Wir trafen auf das erste steilere Schneefeld, welches im Nachhinein noch ein Klacks war. Ich erinnerte mich an unsere Wanderungen auf dem Meraner Höhenweg, wo ich eine panische Angst vor diesen Schneefeldern entwickelte (machte es natürlich auch nicht besser). Nach dem Ersten folgte das Zweite, Dritte, Vierte, Fünfte, Sechste und so weiter… Bei jedem Schneefeld dachte ich mir „kann ja nicht mehr schlimmer werden“ und „Wenn du jetzt umdrehst, musst du erneut über die Vorherigen drüber“. Damit war die Sache entschieden. Natürlich wurde es schlimmer! Schlimmer, steiler und schneelastiger :-D! Irgendwann trafen wir auf ein fast 200 Meter langes Schneefeld und ich hätte echt heulen können. In meinem Kopf schwirrte nur der Gedanke rum „Wenn du da abrutscht, dann…“. Ich suchte uns einen kürzeren Weg, was ziemlich dumm war. Denn dabei traf ich auf Steinplatten, die bei jeder Bewegung weiter rutschten – Panikalarm!

Nachdem Daniel mich irgendwie beruhigen konnte, kletterte ich auf allen Vieren zurück zu ihm und ließ ihn den Vortritt. Als er endlich drüben war, ging es für mich los. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wir stolz ich war, als das geschafft war! Erstmal n‘ Riegel zur Belohnung. Doch auf das eine Elend folgte das Nächste. Ein weiteres Schneefeld musste zunächst hoch, dann zur Seite und wieder herunter gestapft werden. Ich entschied mich dazu, die letzten Meter einfach auf dem Hintern zu Daniel zu rutschen, was echt ganz gut funktionierte! Ich habe es Daniel zwar zuvor oft genug gepredigt, aber das nächste Mal kommen auf jeden Fall Wanderstöcke mit. Meine Hände sind in den langen Schneefeldern nämlich fast erfroren.

 

Ankunft Friesenberghaus

Auf dieser Strecke ließen wir die letzten 250 Höhenmeter hinter uns und auf knapp 2600 Meter sahen wir auch endlich unser Ziel: Das Friesenberghaus und den wunderschönen, teils vereisten Friesenbergsee. Die Aussicht war einfach so phänomenal und ich hatte vor Stolz echt ein paar Tränchen in den Augen. Dann war alles ruhig und wir hörten eine ziemlich laute Gerölllawine, die zum Glück nicht auf unserer Strecke war – trotzdem ein beängstigendes Geräusch. Jetzt ging es dafür nur noch ein wenig bergab und das ganz ohne steile Schneefelder. Am Friesenberghaus angekommen, machten wir schließlich eine kleine Pause – Nervennahrung! Für diesen Teil der Strecke brauchten wir aufgrund meiner langsamen Überquerung der Schneefelder ganze drei Stunden. Ohne diese und meine vielen Fotostopps, ist das Ganze aber wohl auch in zwei Stunden zu bewältigen.

Rundwanderweg Schlegeisspeicher

 

3.Etappe: Friesenberghaus – Schlegeisspeicher

Sogar die letzte Etappe zurück ins Tal war traumhaft! Wir hatten einen wundervollen Blick auf die Wasserfälle, die ins Tal zurück fließen und die Landschaft, die nun wieder grüner wurde. Aus der schroffen, vereisten Kulisse entstand ein kleines Hobbitland, in dem Daniel gleich neue Freundschaften knüpfte. Zwar war diese Etappe nicht mehr so anstrengend und nervenzehrend wie ihre Vorgänger, dafür zog es sich aber ordentlich. Und damit mein ich nicht das Ziehen in unseren Waden :-D! Nach über sechs Stunden erreichten wir endlich den Parkplatz am Schlegeisspeicher. Raus aus den Schuhen und ab nach Hause :-).

 

Fazit zum Rundwanderweg Schlegeisspeicher – Olperer Hütte – Friesenberghaus

Ich kann es nur noch einmal sagen: Eine wirklich traumhafte Rundwanderung mit phänomenalen Ausblicken auf die umliegenden Berge und den Schlegeisspeicher. Wäre da nicht der ganze Schnee gewesen, hätten wir uns eine Tour nicht schöner vorstellen können. Natürlich macht es Spaß, über sich hinaus zu wachsen und sich seinen Ängsten zu stellen. Denn dieser Stolz, den wir nach der Tour empfunden haben, war einmalig! Leider war uns die ein oder andere Stelle im Schnee doch ein wenig zu gefährlich. Zwei – drei Monate später wäre die Wanderung eine bessere Wahl – nichtsdestotrotz denken wir unglaublich gerne an diese Tour zurück und sind immer wieder beeindruckt, wenn wir die Bilder dieser Landschaften vor Augen haben!

Rundwanderweg Schlegeisspeicher

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