Von Kalaw zum Inle See – 3 Tage Trekking

Ein ganz besonderes Erlebnis unserer Reise durch Myanmar war die 3-tägige Trekkingtour von Kalaw zum Inle See. Innerhalb dieser Zeit haben wir das Leben der Einheimischen erst richtig kennen gelernt. Neben einer wunderschöner Landschaft und einmaligen Ausblicken haben wir neue Freundschaften geschlossen und sind von einem der besten Köche des Landes verwöhnt worden!

 

Anreise nach Kalaw

Für uns ging es mit dem JJ Express von Bagan aus in Richtung Kalaw. Der komfortable Bus kostet 12 Euro pro Person und die Fahrt dauert 7 Stunden, wovon ich die meiste Zeit zum Glück verschlafen habe. Bei der Buchung über JJ Express ist der Ort Taunggyi als Ankunftsort anzugeben und vor Ort teilt man dem Buspersonal einfach mit, dass Kalaw die Endstation ist. Das hat bei uns super funktioniert 😊.

 

Von Kalaw zum Inle See - Sprouting Seeds Cafe

Unterkunft & Restaurant in Kalaw

Kalaw ist ein kleines, unscheinbares Örtchen, das nicht allzu viel zu bieten hat. Eigentlich besteht es zum größten Teil aus Unterkünften, Touranbietern, einigen Restaurants und kleinen Tempeln. Die meiste Zeit haben wir mit Arbeit im vegetarischen Sprouting Seeds Cafe verbracht – eine kleine, niedliche Oase mit der besten veganen heißen Schokolade!! Unsere Unterkunft für 2 Nächte war das Golden Lotus Inle Hotel . Eine kleine, gemütliche Holzunterkunft, in der es abends ziemlich kalt wurde :-D. Nach einem leckeren Frühstück mit Brot und Avocado-Aufstrich ging es dann endlich los.

 

Unsere Tour von Kalaw zum Inle See: Anbieter & Kosten

Da es sich um unsere erste mehrtägige Trekkingtour im Ausland handelte, wollten wir ein wenig mehr Geld investieren. Nach Informationen im Internet soll es Touren für 34 Euro pro Person geben. Nach unglaublich positiven Erfahrungsberichten buchten wir unsere Tour von Kalaw zum Inle See über Tripadvisor mit Ko Min Trekking. Wir haben für die 3 Tage inkl. unserem Guide, der Gepäckbeförderung, unglaublich leckerem Essen und die Bootsfahrt auf dem Inle Lake ca. 110 Euro für uns beide bezahlt. Für uns hat sich jeder Cent gelohnt!

 

Die beste Reisezeit für eine Trekkingtour von Kalaw zum Inle See

Das angenehmste Klima für eine Trekkingtour zum Inle See herrscht zwischen Oktober und Februar. In der Regel ist es in diesem Zeitraum tagsüber schön warm und meistens trocken. Allerdings wird es abends relativ kühl – also Jäckchen nicht vergessen 😊.

 

Gepäck auf der Trekkingtour von Kalaw zum Inle See

Eins können wir vorweg sagen: Wir hatten mal wieder viel zu viel dabei. Da wir in Zukunft noch andere Kaliber, wie Trekking in Nepal auf dem Plan haben, wollten wir einfach mal ausprobieren, wie viel Gepäck möglich ist. Also packten wir Daniels Backpack so klein und leicht wie möglich mit unseren Klamotten (je 3 Shirts, 1 lange Trekkinghose, 1 Shorts, Unterwäsche und Schlafsachen, 2 lange Funktionsshirts, 2 Regenjacken, 1 Leggins). In unseren kleineren Tagesrucksack packten wir die Kamera, Wasser und eine Kulturtasche mit den nötigsten Dingen.

Von Kalaw zum Inle See

Unser restliches Gepäck wurde direkt zum Inle Lake transportiert. Unsere Mitstreiter hatten pro Pärchen einfach mal einen kleinen winzigen Rucksack dabei, was auch völlig ausreicht: 1 lange Hose, 1 kurze Hose, max. 2 Shirts, 1 Jacke, Schlafsachen und Unterwäsche sind perfekt. Wir wollten zudem unsere Wanderschuhe einlaufen – bequeme Turnschuhe wären aber aufgrund der Hitze die bessere Alternative gewesen. FlipFlops sind bei der Strecke keine gute Wahl, auch wenn das einige Touranbieter behaupten. Außerdem haben wir immer unsere zwei Hüttenschlafsäcke dabei. Die Schlafmöglichkeiten in unseren Unterkünften waren zwar völlig in Ordnung, aber man weiß ja nie. Außerdem wurde es nachts ziemlich kalt – wir haben sie also nicht umsonst mitgeschleppt 😊.

 

3 Tage Trekking – wunderschöne Landschaften & dörfliches Leben

Insgesamt lagen nun ca. 70 km von Kalaw zum Inle See vor uns. Um 09:00 Uhr morgens ging es dann los. Wir wurden von unserem freundlichen und witzigen Guide Salai von unserer Unterkunft in Kalaw abgeholt, mit dabei 2 Pärchen aus Oregon und Tel Aviv. Wir haben uns alle auf Anhieb sehr gut verstanden und tauschten uns über unsere Länder, unsere Reisen und unser Leben aus.

 

Tag 1 – Lasset das Trekking beginnen

Der erste Tag war nicht vergleichbar mit den Darauffolgenden. Wir wanderten durch schattige Wälder und zum größten Teil flache Felder, vorbei an Büffeln, spielenden Kindern und einheimischen Dörfern. Nach drei Stunden hieß es dann zum ersten Mal „Lunch Time!“. Unser erstes, super leckeres Essen von unserem ganz persönlichen Koch. Dieser ist nämlich immer für uns vorgefahren und hat vorzügliche Gerichte vorbereitet. Von Suppen über ausgewogenen Hauptmahlzeiten und leckeren Säften bis hin zu frischem Obst war alles dabei.

Von Kalaw zum Inle See - Lunch beim Trekking

Nach dem Lunch ging es dann erneut drei Stunden über Stock und Stein. Dabei durfte eine Partie Fußball mit den Kids aus dem Dorf nicht fehlen! Ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde. Wir haben zusammen so viel gelacht – „Schweinchen in der Mitte-Fußball“. Ich weiß nicht, wann so viele Menschen auf einem Haufen das letzte Mal so einen Spaß hatten – einfach eine wunderschöne, glückliche (und übrigens auch sehr schweißtreibende :-D) Zeit. Nachdem wir uns alle ausgepowert hatten, wanderten wir weiter. Die Ausblicke über die Felder waren wirklich atemberaubend schön. Wir sahen Kinder, die uns mit ihren Saltos beeindruckten und Chilis, Chilis, Chilis! Chilis, soweit das Auge reicht. Ich habe noch nie so viele Chilis auf einmal gesehen – das ganze Feld war rot! Die Menschen freuten sich, wie beeindruckt wir von ihrer Arbeit waren und alle waren so unglaublich herzlich!

Nach weiteren drei Stunden kamen wir bei unserem ersten Gästehaus an und wurden von den freundlichen Bewohnern begrüßt. Wir hatten einen Schlafsaal, wo liebevoll unsere drei Moskitozelte hergerichtet waren, einen Essbereich, zwei Plumpsklos und eine Regentonne als Dusche. Nachdem wir uns etwas frisch gemacht haben, wurde auch schon unser Abendessen serviert, welches wieder vorzüglich schmeckte! Anschließend tauschten wir uns noch in ausgiebigen Gesprächen über Gott und die Welt aus und ließen den Abend ruhig ausklingen.

 

Tag 2 – Die erste Erschöpfung

Am nächsten Morgen ging es, gestärkt vom Frühstück, in Richtung Berge. Dieser Abschnitt sollte es in sich haben. Und ja, die meiste Zeit ging es bergauf, ohne dass die Wege aber technisch anspruchsvoll waren. Nur anstrengend – das war es. Salai hatte Spaß „Mountain, Mountain“ und wir natürlich auch. Er erzählte uns viele Geschichte über das Leben in Myanmar und brachte uns einige Redewendungen der Sprache bei. Wir trafen auf eine sehr freundliche Dame, die uns auf Tee & Snacks in ihr Haus einlud – das muss man erstmal in Deutschland schaffen. Nach einem Plausch ging es dann weiter Richtung Lunch – diesmal mit einem sehr schönen Ausblick mitten in der Natur. Nach weiteren Aufstiegen bekamen wir dann das erste Mal den Inle See zu Gesicht. Zu diesem Zeitpunkt hätten wir nicht gedacht, dass der nächste Tag noch einmal so anstrengend werden würde.

Nach ca. acht Stunden Wanderung kamen wir bei unserer zweiten Unterkunft an. Diesmal schliefen wir in einem größeren Dorf voller Kühe. Wir übernachteten beim Dorfchef höchstpersönlich. Das Gästehaus war vergleichbar mit dem der ersten Nacht – völlig ausreichend. Und auch wir nutzten dann mal die eiskalte „Dusche“.

 

Tag 3 – Ankunft am See

Früh morgens ging die Tour weiter – nochmal 5-6 Stunden wandern stand auf dem Plan. Nach einem stetigen Bergab trafen wir wieder auf Flachland. Wir schauten uns noch die Produktion von Zucker an, naschten dabei ein wenig und dachten, wir wären dem Ziel schon so nah. Falsch gedacht, die letzten Kilometer waren nämlich wirklich zäh! Es ging stetig geradeaus und die Umgebung bestand lediglich aus Büschen. Ein Lächeln zauberten uns kleine Kinder ins Gesicht, die sich am Kindergartenzaun sammelten und völlig aus dem Häuschen waren, weil sie auf uns trafen. Ein wenig erinnerte ihr Chor an kleine, gelbe Minions. Im wahrsten Sinne des Wortes ein „kleiner“ Motivationsschub auf den letzten Metern. Nach sechs Stunden kamen wir am Inle See an. Dort hatte unser Masterchef ein letztes, herausragendes Essen für uns vorbereitet.

Von Kalaw zum Inle See - Süße kleine Kinder

Im Anschluss fuhren wir mit dem Boot über den See zu unseren Unterkünften. Nun standen die Abschiede an. Wir hatten auf der Tour von Kalaw zum Inle See wirklich Freunde gewonnen und wir sind uns sicher, dass wir sie irgendwann in ihrer Heimat besuchen werden 😊.

Von Kalaw am Inle See - Angekommen am See

 

Allgemeine Infos zum Inle See

Der 120 Quadratkilometer riesige Süßwassersee liegt inmitten der Shan-Hügel in Myanmar. Insgesamt gibt es auf und rund um den See 17 Dörfer, die von ca. 70 000 Intha bewohnt werden. Hier spielt sich das Leben überwiegend auf dem See ab – die Häuser sind auf Stelzen gebaut, Obst & Gemüse wird auf dem See angebaut und die Fortbewegung findet per Holzboot statt. Die beste Infrastruktur und somit die meisten Unterkünfte & Restaurants findet man in dem Ort Nyaung Shwe.

Von Kalaw zum Inle See

 

Unsere Unterkunft am Inle See

Nach dem Trekking freuten wir uns auf ein schönes Bad und ein großes Bett! Wir haben zunächst zwei Nächte im Golden Lotus Inle Hotel gebucht. Nachdem wir uns aber so wohl fühlten, cancelten wir unseren anschließenden Aufenthalt in Mandalay und blieben länger am Inle See. Die Atmosphäre hatte nach den anstrengenden Tagen einfach etwas ganz Beruhigendes. Unsere Zimmer waren riesig und das Personal so herzlich! Außerdem standen kostenfrei klapprige Drahtesel zur Verfügung. An unserem letzten Tag im Hotel bekamen wir noch die traditionelle Gesichtsbemalung „Thanaka“ verpasst und ich muss sagen, mir gefiel das ziemlich gut! Die goldene Farbe strahlt so viel Eleganz aus. In Myanmar trägt dies fast jeder zum Schutz vor Sonne & Krankheit.

 

Tipps & Sehenswürdigkeiten am Inle See

Am Inle See stand für uns nur Entspannung an. Nichtsdestotrotz kann man auch hier ziemlich viel unternehmen :-).

 

Wandern am Inle See

Durch die wunderschöne Lage inmitten des Gebirges bietet die Umgebung des Inle Sees viele Möglichkeiten zum Wandern oder für Mountainbike-Touren. Normalerweise wären wir die Ersten gewesen, die sich eine Tour rausgesucht hätten – gewandert waren wir die letzten Tage dann aber doch genug.

Von Kalaw zum Inle See - wunderschöne Natur

 

Tempel & Pagoden am Inle See

Bei einem Spaziergang durch Nyaung Shwe werdet ihr schon auf einige Tempel treffen, doch auch die Umgebung hat noch einige Pagoden zu bieten. Fast jedes Hotel besitzt eine Karte, wo viele der Tempel abgebildet sind 😊. Ganz besonders gereizt haben uns die Kakku Pagoden und die In-Dein Pagoden – durch die Entfernung sind diese aber am besten mit dem Taxi und dem Boot zu erreichen. Ganz spontan haben wir uns dann doch gegen einen Besuch entschieden, um die Tage entspannt am See zu verbringen.

 

Tofu Palace

Einen Abstecher zum Tofu Palace können wir nur jedem wärmstens ans Herz legen! Der Tofu Palace ist ein Dorf, in dem sich die Bewohner auf die Herstellung & Verarbeitung von Tofu, jeglichen Bohnen & Nüssen, Süßigkeiten und vielem mehr konzentrieren. Das Beste daran: Ohne Nutzung von tierischen Produkten! Wir fuhren mit dem Fahrrad ca. 45 Minuten zu dem Dorf. Hoch und runter mit unseren klapprigen Fahrrädern – zwischenzeitlich konnte es ganz schön anstrengend werden. Das Ziel ist dabei eigentlich nicht zu verfehlen, es geht die meiste Zeit einfach nur gerade aus.

Am Tofu Palace angekommen, bekamen wir Tee, Nüsse, Obst und einen oberleckeren Tofusalat auf den Tisch gestellt. Im Anschluss nahmen wir an einer Führung teil, das ist aber kein Muss – aber eine Empfehlung. Die Führung dauerte ca. 45 Minuten und ist kostenfrei, eine kleine Spende ist aber gerne gesehen 😊. Während der Führung bekamen wir verschiedene Arbeitsschritte innerhalb des Dorfes gezeigt und durften ganz viel naschen! Am besten waren die kleinen Minidonuts, in die wir uns sofort verliebt haben! Mit einer Tüte Minidonuts im Korb ging es dann wieder zurück.

 

Eine Bootsfahrt auf dem Inle See

In der Trekkingtour ist schon eine kleine Bootsfahrt zum Dorf Naung Shwe enthalten, trotzdem wollten wir noch einmal eine etwas längere Bootsfahrt unternehmen. Diese werden überall in Nyaung Shwe angeboten und ansonsten spaziert man einfach zur Anlegestelle, da findet man garantiert Eine. Wir zahlten für 1,5 Stunden ca. 15 Euro für uns beide zusammen. Wir fuhren vorbei an verschiedenen Vogelschwärmen, fressenden Wasserbüffeln und besuchten einige schwimmende Dörfer. Darunter auch die schwimmenden Gärten. Es ist wirklich interessant, wie die Menschen ihr Leben auf dem Wasser führen und dort alle möglichen Pflanzen anlegen. Zwischenzeitlich kann es auch ein wenig frisch auf dem Boot werden. Es werden auch Bootsfahrten zum Sonnenuntergang angeboten, die sicherlich auch sehr zu empfehlen sind. Die Kulisse, wenn die rote Sonne hinter dem Gebirge verschwindet, ist es ganz bestimmt!

 

Restaurants am Inle See

Dafür, dass wir zunächst Zweifel hatten, in Myanmar überall veganes Essen zu finden, gab es auch am Inle See ordentlich Auswahl. Wir haben die meiste Zeit zwischen drei Restaurants gewechselt, obwohl auch bei vielen weiteren mit veganen Mahlzeiten geworben wurde. 

 

Indisches Essen

Zwar nicht ganz günstig, aber eines der besten indischen Restaurants! Es gibt viele vegane Currys, Dahls und eine große Auswahl an veganem Brot. Da wir uns des Öfteren nicht entscheiden konnten, haben wir uns einfach den ganzen Tisch voll bestellt.

Von Kalaw zum Inle See - Indisches Essen

 

Paw Paw

Paw Paw ist kein vegetarisches oder veganes Restaurant, aber für viele Gerichte gab es vegane Optionen. Darunter leckere Currys, Nudelgerichte, Pancakes und eine erfrischende Smoothiebowl. Außerdem ist die Eigentümerin unglaublich lieb und jederzeit für etwas Smalltalk zur Stelle.

 

Inle Pancake Kingdom

Ein kleines Restaurant, nur zwei Häuser weiter von Paw Paw, mit dem Fokus auf PANCAKES!!! Auf Nachfrage auch vegan. Selbst wenn wir 30 Minuten vor Schluss noch vor der Tür standen, wurde ein extra Teig angefertigt. Es handelte sich dabei nicht um fluffige Pancakes, sondern eher um schlaffe Pfannkuchen – aaaaaaaaaaaber die Kokoscreme mit den Bananen oben drauf war einfach der Hammer. Manchmal sind wir noch nach dem Essen bei Paw Paw rüber zu den Pancakes geschlichen, mit der Hoffnung, dass uns niemand in beiden Restaurants erwischt. Es könnte ja jemand auf die Idee kommen, wir wären Vielfraße :-D.

 

Unser Fazit zum Trekking von Kalaw zum Inle See

Auf jeden Fall ein Muss auf einer Myanmarreise! Für uns gehört es definitiv zu den Highlights. Wir haben dort das Leben und die Einwohner Myanmars erst richtig kennen und schätzen gelernt. Außerdem lernten wir unglaublich nette Menschen kennen. Die Landschaften sind wunderschön! Auch wenn wir schon atemberaubendere Wanderungen, wie zum Beispiel in Teneriffa, unternommen haben, war diese etwas ganz Besonderes! Es ging nicht darum, die spektakulärste Natur zu erleben, sondern in sich zu kehren und alles um sich herum einfach zu genießen! Wir würden diese Tour immer wieder machen…:-)

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