Paradise Valley – ein marokkanisches Paradies

Nach unserem Ausflug in die Wüste und einem erneuten Stopp in Marrakesch ging es für uns weiter ins Paradise Valley. Schon auf Bildern faszinierte uns das Tal mit zahlreichen Palmen, steilen Felswänden und unfassbar schönen, natürlichen Pools.  

Das Paradise Valley liegt unweit des touristischen Hotspots Agadir, den wir aufgrund des Massentourismus ausgelassen haben. Vielmehr hofften wir im Paradise Valley auf mehr Individualität, Ruhe und Naturnähe. 

Die Anfahrt  

Von Marrakesch fuhren wir mit dem Bus nach Agadir. Unser Bus war von Supratours und die Tickets konnten wir ohne Probleme am gleichen Morgen im Busbahnhof in Marrakesch kaufen. In Agadir warteten schon dutzende Taxifahrer, die allesamt die lukrative Strecke bis ins Paradise Valley mit uns gemeinsam bewältigen wollten – doch nur für ein kleines Vermögen. Allerdings hatten wir zum Glück mit dem Hotel abgesprochen, dass wir abgeholt werden. Dennoch warteten wir eine gefühlte Ewigkeit, bis ein Fahrer vom Hotel erschien und uns ins Paradise Valley und das etwa 1 Stunde entfernte Hotel beförderte. 

 

Wohlfühlfaktor – unsere Unterkunft im Paradise Valley

Im Paradise Valley wohnten wir im Hotel Restaurant Tifrit. Die Unterkunft war einfach und schlicht eingerichtet, aber vollkommen ausreichend. Auch die Sauberkeit war zufriedenstellend. Das Essen war sehr lecker und wurde nach unseren Wünschen individualisiert und extra hergerichtet. Zudem gab es im Hotel Restaurant Tifrit zum ersten Mal, während unserer Reise im islamischen Marokko Bier zu kaufen. Passend zu Neeles Geburtstag tranken wir also Bier zu einem für Marokko typisch hohen Preis. 

Einziges Manko war der Pool, der etwas sauberer hätte sein können. Allerdings muss man aufgrund der zahlreichen Bäume, Pflanzen und Insekten damit wohl leben. Da die natürlichen Pools sowieso tausendmal schöner waren (dazu gleich mehr), störte uns die verbesserungswürdige Sauberkeit des Pools jedoch nicht allzu doll.  

Unsere Unterkunft findet ihr hier

Unser Zimmer in unserer Unterkunft im Paradise Valley in Marokko
Unser Zimmer im Hotel Restaurant Tifrit

Unsere Wanderung durch das Paradise Valley

Nach dem Trubel in Marrakesch und der anstrengenden Reise in die Wüste wollten wir im Paradise Valley etwas entspannen. Trotzdem sind wir niemand, der einfach drei Tage nur am Pool liegen kann. Am ersten Tag wies uns unser Fahrer/Koch/“Mädchen für alles“ auf eine Wanderung hin, die an natürlichen Pools durch die wunderschöne Landschaft vorbeiführt. Wir wussten sofort, dass wir am nächsten Tag diese Wanderung unternehmen wollten.  

Also Rucksack gepackt, selbst gemalte Karte vom Hotel mitgenommen und los ging es – bei knapp 40 Grad und gefühlten 50 Grad sowie strahlend blauem Himmel.  

Selbst gemalte Karte für die Wanderung durch das Paradise Valley
Selbst gemalte Karte für unsere Wanderung 

Nach einigen Metern an der Straße entlang, die allerdings von kaum einem Auto befahren wurde, ging es scharf rechts hinunter in das Tal. Fortan ging es vorbei an Palmen, trockenen Sträuchern und Steinen. Teilweise haben wir im Voraus gelesen, dass das Paradise Valley immer touristischer wird. Dort wo wir waren stimmte das keineswegs. Im Hochsommer, im Juli, sahen wir kaum einen anderen Menschen.  

Ausblick auf das Paradise Valley in Marokko
Der Ausblick auf das Paradise Valley

„Folgt einfach den blauen Punkten, die als Wegweiser dienen“ – sagten sie uns.

„Einfach“ – dachten wir uns. 

Natürlich verloren wir die blauen Punkte aus den Augen … 

Die Hitze war spürbar, die trockene Luft ebenso. Schon nach einer Stunde ging unser, zugegeben minimal berechneter, Wasservorrat dem Ende zu. Das war mal wieder typisch und wird uns garantiert nicht wieder passieren (hoffentlich!). Naja, der Durst wurde immer größer und wir spielten mit dem Gedanken umzudrehen.  

Die marokkanische Gastfreundlichkeit 

Als wir an einem kleinen Dorf vorbeikamen, winkte uns glücklicherweise eine marokkanische Frau herbei. Diese hat uns wahrscheinlich angesehen, dass wir unglaublichen durstig waren und lud uns kurzerhand mit einer umfangreichen Gestik in ihr „Haus“, besser gesagt ihre Hütte ein. Dies ließen wir uns nicht zweimal sagen und saßen umgehend auf ihrem Sofa. Die Frau sprach kein Wort Englisch, sodass eine Verständigung unmöglich war. Nichtsdestotrotz hatten wir kurze Zeit später frisch zubereiteten Minztee und Brot mit verschiedenen, selbst gemachten Dips auf dem Tisch stehen. Die nächsten Minuten aßen wir zusammen mit unserer Gastgeberin und tranken genüsslich den leckeren Minztee. 

Das war Gastfreundschaft, wie wir sie selten erlebt haben. Auch etwas wofür Marokko steht: Gastfreundliche, zuvorkommende Menschen. 

Unsere Wanderung durch das Paradise Valley
Weiter geht’s 🙂

Die natürlichen Pools

Gut gestärkt ging es wieder los. Unsere Gastgeberin schritt, nach kurzem Blick auf unsere Karte, voran und begleitete uns einige Minuten, um uns auf den richtigen Weg zu bringen. Von einer Anhöhe konnten wir dann die natürlichen Pools erblicken. Wir gaben der marokkanischen Frau ein Paar Dirham, die sie absolut nicht erwartet hatte, und machten uns alleine auf den weiteren Weg bergab. Noch lange winkte uns unsere Gastgeberin hinterher – irgendwie liebenswert.  

Die erste Macke bei der Wanderung im Paradise Valley in Marokko
Autsch … 

Nachdem wir den ersten Abstieg heruntergestolpert sind, ließ auch die erste Macke nicht allzu lange auf sich warten. War ja auch irgendwie eine blöde Idee, eine siebenstündige Wanderung über Stock und Stein mit Flip Flops zu bestreiten 🙂

Doch dann erreichten wir unser Ziel: die natürliche Poollandschaft. Wiederum ganz alleine ohne jede Menschenseele sprangen wir ins erfrischende Wasser und schwammen ein wenig Hin und Her.  

Die natürlichen Pools im Paradise Valley
Erfrischung im natürlichen Pool
Wasserfälle und natürliche Pools im Paradise Valley in Marokko
Natürliche Pools und ein kleiner Wasserfall

Nachdem wir uns ausreichend abgekühlt und entspannt hatten, machten wir uns wieder zurück auf den Rundweg. Minimum 1,5 weitere Stunden brauchte es, bis wir in ein Dorf kamen mit einem Kiosk. Dort deckten wir uns mit zahlreichen verschiedenen Getränken ein.

Anschließend ging es mit schmerzenden Füßen zurück zu unserer Unterkunft. Insgesamt waren wir 7 Stunden bei knallender Sonne und extremer Hitze unterwegs, sodass wir geschlaucht in unserem Hotel ankamen – zum Glück passend zum Abendessen. 

Noch ein kleiner Tipp: Wir haben uns einige Male, trotz mühevoll gemalter Landkarte, verlaufen. Der Rundweg ist mit blauen Punkten gekennzeichnet. Diese sieht man jedoch nicht immer auf den ersten Blick. Also Augen auf beim Wandern durchs Paradise Valley! 

Der Wanderweg im Paradise Valley in Marokko
Und irgendwann fanden auch wir die blauen Punkte …

Unser Fazit:

Die Wanderung ist absolut zu empfehlen. Die natürlichen Pools sind wunderschön und wir haben während der gesamten Wanderung keinen anderen Touristen getroffen. Bitte denkt aber daran, ausreichend Wasser mitzunehmen und festes Schuhwerk anzuziehen – nicht so wie wir … 😉

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