Marokko – Unser Ausflug in die Sahara

Als wir nach Marokko reisten, war uns klar, dass wir auch in die Wüste wollen. Warme, trockene Luft, ein klarer Sternenhimmel. So in etwa stellten wir uns unseren Aufenthalt in der marokkanischen Sahara vor. Da wir auf einen Mietwagen bei unserer kurzfristigen Buchung verzichten mussten, schauten wir schnell nach verfügbaren Ausflugs-Angeboten. Bewertungen und Erfahrungsgerichte gelesen und gebucht! Normalerweise sind wir keine Fans von organisierten Ausflügen und versuchen alles individuell zu bereisen – aber besser als gar nicht in die Wüste hieß unsere Devise.  

Das hier war unser Ausflug in die Sahara.   

Tag 1 – die Fahrt in Richtung Sahara   

Am ersten Tag mussten wir früh aufstehen, weil wir in der Nähe unserer Unterkunft abgeholt werden sollten. Halb so schlimm, denn im Urlaub stehen wir immer früh auf – zu groß ist die Angst, etwas zu verpassen. Im Riad Amra wurde uns trotz der frühen Zeit ein kleines Frühstück bereitgestellt und anschließend ging es los zum Treffpunkt. Nachdem wir eine kleine Runde durch Marrakesch drehten waren wir vollzählig – Zwei Deutsche (wir), zwei Schweizerinnen, ein Ire, zwei Griechen und ein Amerikaner. 

Kaum vollzählig ging es los mit unserem zuverlässigen aber nicht sehr gesprächigen marokkanischen Fahrer. Die Fahrt durch das Atlasgebirge bot beeindruckende Gebirgskulissen. Dabei machten wir einige Stopps an Aussichtspunkten. Nach ca. drei Stunden Fahrt, oftmals in langsamem Tempo über Pass- und Gebirgsstraßen, erreichten wir unser erstes Ziel. 

Das Atlasgebirge
Unser Weg durch das Atlasgebirge

 

Ait-Ben-Haddou 

Ait-Ben-Haddou ist UNESCO-Weltkulturerbe, genauer gesagt der alte Ortskern von Ait-Ben-Haddou. Direkt neben dem Atlasgebirge gelegen, ist die Kasbah ein tolles Fotomotiv und eine beeindruckende Kulisse. Die Kasbah ist auf Felsen errichtet und besteht aus Lehmbauten. Noch heute wohnen in diesem Teil der Stadt einige Familien, die ohne fließendes Wasser auskommen müssen. Die Mehrheit der Bewohner ist allerdings in den neuen Stadtteil mit fließend Wasser und modernen Annehmlichkeiten gezogen.  

Die tolle Kulisse zieht Jahr für Jahr viele Touristen an. Und auch die Filmindustrie hat ein Auge auf Ait-Ben-Haddou geworfen. So kommt es, dass zahlreiche Filme dort gedreht wurden. Zu den bekanntesten Filmen gehören wohl James Bond, Gladiator oder die Serie Game of Thrones.  

Die Kasbah von Ait-Ben-Haddou
Die Kasbah von Ait-Ben-Haddou

Der Stopp in Ait-Ben-Haddou hat sich definitiv gelohnt. Wir spazierten durch die Kasbah bis hoch auf den Berg mit tollem Ausblick auf das UNESCO-Weltkulturerbe. Anschließend gab es Mittagsessen in einem Restaurant – unsere Tajine war lecker. Andere Gerichte sollen nicht so gut geschmeckt haben – es ist wie so oft – wenn viele Touristen in ein Restaurant auf Touren geschleppt werden, geht das oftmals auf Kosten der Qualität. Ihr könnt aber problemlos in ein anderes Restaurant gehen!  

Der Ausblick vom Berg in Ait-Ben-Haddou
Ausblick vom Berg über Ait-Ben-Haddou

Am Abend schliefen wir in einem Hotel in der Nähe des Rose Valley, welches unseren Ansprüchen genügte. In Gedanken waren wir sowieso schon in Merzouga und den Dünen der Sahara – also schliefen wir nach dem Abendessen schnell ein.  

 

Tag 2 – die Dades-Schlucht und die Nacht in der Sahara 

Nach kurzer Fahrt erreichten wir am nächsten Tag die Dades-Schlucht. Dort machten wir einen weiteren Stopp und hatten etwas Zeit zum Erkunden der Schlucht auf eigene Faust. Kaum ausgestiegen gingen wir schnellen Schrittes durch die Schlucht – die enge, steile Schlucht ist schön anzusehen und einen Stopp wert. Durch die Schlucht führt ein Fluss, in welchem Einheimische gebadet oder ihre Sachen gewaschen haben. Unzählige Fotos und Minuten später ging es weiter – der nächste Stopp sollte Merzouga sein – unser Ausgangspunkt für die Tour in der Wüste.  

Die Dades-Schlucht
Die Dades-Schlucht

 

Merzouga

Marokkanischer Musik bei unserem Zwischenstopp
Marokkanischer Musiker beim kurzen Halt 

Noch ein kurzer Stopp in dem bekannten Filmdorf Ouarzazate, an dem es mehrere Filmstudios gibt. 

Nachmittags kamen wir in Merzouga an und konnten unsere Sachen in dem Hotel verstauen. Anschließend wurden uns die Tücher um den Kopf gebunden – Wichtig: Nimmt auf jeden Fall Tücher mit, denn vor Ort kosten diese sehr viel Geld! In Marrakesch sind sie im Gegensatz dazu spottbillig.  

Dann ging es auf das Kamel und ab in die Wüste. Die Kamele sahen gut aus und haben vorher noch viel Wasser zum Trinken bekommen. Nichtsdestotrotz würde in der Zukunft, unsere Entscheidung auf das Quad fallen – damit uns kein Kamel durch die Gegend tragen muss. Manchmal dauert es leider ein wenig länger, bis die Einsicht kommt, weshalb wir diesen Teil des Ausflugs sehr bereuen. Die Tiere sollten in Freiheit leben – also bitte macht nicht den gleichen Fehler wie wir! 

Fertig für den Ausflug in die Sahara
Unser Outfit für den Ausflug in die Sahara

Nichtsdestotrotz war die Tour beeindruckend. Schon nach wenigen Minuten in der Wüste sahen wir nichts mehr außer Dünen. Im sich verändernden Licht der untergehenden Sonne änderten sich die Farben der Dünen am laufenden Band. Und spätestens jetzt waren die Tücher Gold wert. Denn der wehende Sand sorgte selbst mit Tuch nach kurzer Zeit für einen trockenen Mund. Zum Glück hatte jeder von uns 4 Liter Wasser in den Taschen verstaut.  

 

Der Sonnenuntergang und die Nacht in der Sahara

Von einer großen Düne aus, die wir zu Fuß bestiegen, hatten wir dann die Möglichkeit, den Sonnenuntergang anzuschauen. Dort saßen wir im heißen Sand und genossen die Ruhe. Kurze Zeit später kamen wir anschließend im Camp an. Dort gab es Abendessen und dann legten wir uns auf unsere Decke unter dem Sternenhimmel. Es gab Zelte mit Feldbetten, allerdings wollten wir den eindrucksvollen Sternenhimmel genießen. Die sandige Luft sorgte dafür, dass wir durchgehend Durst hatten. Zum Glück hatten wir ja jeder zwei Flaschen Wasser dabei. 

Die Nacht war beeindruckend und eine Übernachtung in den Dünen gehörte zu den eindrucksvollsten Erlebnissen auf unseren Reisen. Das nächste Mal würden wir uns für einen Ausflug mit Quad mit weniger Leuten entscheiden. Bei unserem Ausflug waren ca. 50 Leute im Lager. Allerdings stand für jeden genug Platz zum Übernachten im Freien zu Verfügung. 

Unser Camp in der Sahara
Unser Camp in der Sahara

 

Tag 3 – der Weg zurück nach Marrakesch

Nach einer wechselhaften Nacht bei der so manch Einer von herumkrabbelnden Käfern geärgert wurde, ging es am nächsten Morgen, nach einem Stopp auf einer Düne für den Sonnenaufgang, früh zurück zu unserem Hotel.

Der Sonnenaufgang in der Sahara
Der Sonnenaufgang in der Sahara

Als Tipp für die Nacht: Formt euch aus dem weichen Sand unter dem Teppich eine angenehme Schlafkuhle. Das macht es angenehmer für den Rücken 🙂

Im Hotel in Merzouga angekommen, fielen wir durstig über die Getränkebar her. Nach einer Dusche und einem Sprung ins kühle Wasser des Pools machten wir uns auf den Weg zurück nach Marrakesch. Nach einigen kleineren Stopps und einer langen Fahrt von ca. 10 Stunden kamen wir gegen Abend in Marrakesch an und begaben uns in unser Riad Amra. Den letzten Abend in Marrakesch genossen wir erneut auf dem Djemaa el-Fna. Am nächsten Morgen gibt es dann weiter in Richtung Paradise Valley in der Nähe von Agadir. 

Unsere Highlights in Marrakesch gibt es hier

Unser Fazit zur gebuchten Tour

Die Tour ist eine gute Möglichkeit, für wenig Geld viele Eindrücke und marokkanische Orte zu besichtigen. In unserem Bulli waren wir mit acht Leuten, sodass auch die Anzahl überschaubar war. Besonders der Ausflug in die Wüste wird uns immer im Gedächtnis bleiben.  

Wer mehr Wert auf Individualität legt (wie wir auch), sollte sich einen Mietwagen nehmen und eigenständig dorthin reisen. Wer allerdings nicht so viel Geld ausgeben und die Wüste trotzdem sehen möchte, ist mit diesem Ausflug gut bedient. 

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.