Die Spitzkoppe in Namibia

Nach unserem viertägigen Aufenthalt im und rund um den Etosha Nationalpark ging es weiter zur Spitzkoppe. Bereits im Voraus bekamen wir von einem Freund die Empfehlung, unbedingt die Spitzkoppe in unsere Route einzuplanen. Die schöne Berglandschaft, der traumhafte Sternenhimmel und die einsame Location zum Übernachten – all das waren die Gründe, warum es uns in das kleine Gebirge zog.

Die Spitzkoppe liegt etwas über 100 Kilometer östlich von der alten deutschen Kolonialstadt Swakopmund, die unser nächstes Ziel war. Die besondere Form des Gebirges sorgt dafür, dass die Spitzkoppe auch „das Matterhorn Namibias“ genannt wird. 

 

Die Spitzkoppe in Namibia

Unser Campingplatz an der Spitzkoppe 

Direkt im Gebirge gibt es nur eine Möglichkeit zum Übernachten – die Campingsite der Spitzkoppe. Bereits im Voraus reservierten wir für eine Nacht. Nach einer langen Anfahrt über eine etwas holprige, aber durchaus machbare Straße kamen wir am Tor zum Spitzkoppe Nationalpark an. Dort befand sich die Rezeption und die letzte „normale“ Toilette. 

Nachdem wir also eincheckten und eine Karte bekamen, durften wir uns unsere Campsite aussuchen. Es gibt nämlich keine feste Zuordnung für die Besucher. Vielmehr kann man anhand der Karte die unterschiedlichen Stellplätze abfahren und sich einen der freien Plätze aussuchen. Wir entschieden uns relativ schnell für „1B“.

Map of Spitzkoppe
Map of Spitzkoppe
Straße im Spitzkoppe Gebirge

 

Die Campsite kostet übrigens pro Nacht 330 Namibia Dollar. Das waren umgerechnet ca. 20 Euro. Ein Schnäppchen für das atemberaubende Panorama 🙂

Toilette auf dem Spitzkoppe Campsite
Die Toiletten 🙂

Die Campsites sind einfach. Eigentlich bestehen sie lediglich aus einer Zahl und einer Feuerstelle. Elektrizität gibt es keine. Ebenso wenig eine eigene Toilette. In der Nähe der Campsites gibt es für mehrere Personen sogenannte Flush-Toilets (selbstredend auch ohne fließendes Wasser). Mit Klammer auf der Nase war es auszuhalten 😀

Trotz der Einfachheit (oder gerade deswegen) war es wunderschön. Keine Menschen weit und breit. Nur wir, unser Auto und das Gebirge. Achja, und die Klippschliefer, die ab und an um die Ecke huschten. 

Vor allem am Abend am Lagerfeuer konnte man den unfassbar tollen Sternenhimmel bewundern und einfach mal entspannen. Zu Schade, dass wir nur eine Nacht dort verbrachten. 

Unser Campingplatz im Spitzkoppe Gebirge in Namibia

 

Unsere Wanderung auf eigene Faust

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, machten wir uns auf den Weg die Spitzkoppe zu erkunden. Denn es gibt so einige Highlights, die fußläufig erreicht werden können. Also Wasser eingepackt und los ging es bei knallender Sonne und unvorstellbarer Hitze!

Staubtrockene Luft, heiße Sonne und wie immer zu wenig Wasser – aber es tat gut, mal ein paar Schritte zu gehen, nachdem wir die letzten Tage im Etosha Nationalpark viel Zeit im Auto verbracht hatten. Also wanderten wir drauf los und erkundeten die Spitzkoppe. Als Wandergebiet eignet sich die Umgebung ideal. Dank der kaum befahrenen Straßen und der einprägsamen Felslandschaft lauert so ziemlich an jeder Ecke ein tolles Fotomotiv. 

Spitzkoppe Gebirge Namibia
Die Straße im Spitzkoppe Gebirge

Auf der Karte, die wir am Eingang bekommen haben, sind die eindrucksvollsten Felsen eingezeichnet. Eine dieser Felsformationen ist ein großer Felsbogen. Natürlich wollten wir auch diese Sehenswürdigkeit besuchen – eindrucksvoll und irgendwie unwirklich. Allein der Weg dahin war abenteuerlich.

Felstor im Spitzkoppe Gebirge
Das Fenster im Spitzkoppe Gebirge

Bei den Wanderungen ist allerdings eins wichtig: es können nicht alle Wege des Parks auf eigene Faust erkunden werden. Für bestimmte Gebiete benötigt ihr einen Guide.

 

Unsere geführte Wanderung 

Zusätzlich zur Möglichkeit, das kleine aber feine Gebirge auf eigene Faust zu erkunden, werden geführte Wanderungen angeboten. Bereits bei der Ankunft wurden wir an der Rezeption auf diese Möglichkeit hingewiesen. Die offiziellen Touren führen dabei auch in Bereiche, die für Touristen alleine nicht begehbar sind – wie zum Beispiel das Bushmans Paradise. Und das für wenig Geld – für zwei Personen zahlten wir ca. fünf Euro.

Also war es für uns schnell klar, bevor es am nächsten Morgen Richtung Swakopmund weitergeht, unternehmen wir noch die geführte Wanderung. Früh am Morgen stehen wir also am Treffpunkt an der Rezeption. Dort warteten bestimmt schon um die 30 Leute auf das Go. Wo kamen die nur alle her? Wir konnten in der gesamten Nacht keine Menschenseele sehen und auch andere Campsites waren in weiter Ferne. 

Zum Glück kamen kurze Zeit später eine große Anzahl an Guides. Dies bedeutete, dass immer nur kleine Gruppen zusammen losfuhren.

 

Das Bushmans Paradise

Ab ins Bushmans Paradise. Dies ist übrigens seit mehr als 50 Jahren ein Nationales Denkmal Namibias. Nun fuhren wir also mit dem Auto durch diesen Teil der Spitzkoppe. Wir machten mehrere Stopps, an welchen uns der Guide Felsmalereien der Buschmänner zeigte. Mit gutem Englisch erzählte er uns mehr über die Geschichte der Buschmänner und die Bedeutung der verschiedenen Symbole. Diese stammen aus der Zeit von ca. 4000 Jahre v. Christus bis 100 n. Christus. 

Felsmalereien im Bushmans Paradise
Felsmalereien im Bushmans Paradise

Laut unserem Guide bedeutet zum Beispiel ein Nashorn, dass sich Wasser in der Nähe befindet. Dabei zeigt das Horn immer in Richtung Wasserquelle. Wenn die Buschmänner also erneut an diesen Ort kommen, können sie sich mit Hilfe der Malereien orientieren. Schlau, oder?

Felsmalereien im Bushmans Paradise

In dem Teil der Spitzkoppe soll es auch Tiere geben, wie zum Beispiel Zebras, Antilopen und Leoparden (!?). Dies behauptete zumindest unser Guide. Gesehen haben wir ein einziges Zebra. Dass es dort Leoparden gibt, bezweifeln wir irgendwie … Allerdings hielt der Guide durchgehend Ausschau, sodass wir uns bis heute nicht sicher sind 😀

Unseren Leoparden haben wir bereits einige Tage vorher im Etosha Nationalpark entdeckt.

Die geführte Wanderung können wir empfehlen. Wenn ihr schon bei der Spitzkoppe seid, könnt ihr für wenig Geld mehr über die Geschichte der Buschmänner erfahren – und wer weiß – vielleicht habt ihr ja mehr Glück und seht sogar einen Leoparden auf einer der Felsformationen? 😉

 

Unser Fazit – Spitzkoppe – Ja oder Nein?

Bei der Routenplanung steht wahrscheinlich so ziemlich jeder Namibia-Reisende vor dieser Frage: Zwischenstopp bei der Spitzkoppe oder nicht?

Wir würden diese Frage eindeutig mit Ja beantworten. Für uns hat sich der Aufenthalt an der Spitzkoppe gelohnt – er gehörte sogar mit zu den schönsten und eindrucksvollsten Erlebnissen in Namibia. Denn die Einsamkeit des Campsites, der wunderschöne Sternenhimmel, die Naturnähe und die schönen Felsformationen machen die Spitzkoppe zu einem einzigartigen Ort. 

Das Spitzkoppe Gebirge

Zudem liegt die Spitzkoppe ideal für einen Zwischenstopp – denn viele entscheiden sich erfahrungsgemäß für einen Besuch des Etosha Nationalparks und einen Aufenthalt in Swakopmund. Die Spitzkoppe liegt dabei auf dem Weg. Falls ihr also wie wir vom Etosha nach Swakopmund oder aber von Swakopmund zum Etosha fahrt, solltet ihr eine Nacht bei den Spitzkoppe Campsites einplanen! 

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.